Juli 2022-Archiv

Heimkehr aus dem Montafon

Nach einem wunderschönen Sommerurlaub in Schruns im Montafon bin ich gut zu Hause angekommen. Für das Sichten der vielen Urlaubsbilder brauche ich Zeit, also habt noch etwas Geduld.

Ich mache euch aber schon mal Lust auf mehr:

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Wanderung zum Wiegensee

Soll das wirklich mein letzter Urlaubstag sein? Die erlebnisreichen Tage vergingen wie im Flug.

Ich will noch einmal in die Berge, bevor es morgen heimwärts geht.

Nach der doch recht üppigen Tour von gestern lasse ich es ruhig angehen. Erst mal gemütlich frühstücken.

Dann fahre ich mit Auto nach Partenen. Dort startet die Tafamunt-Seilbahn. Das Ticket habe ich mir gestern schon in der Touristinfo geholt.

Mit einer Höhe von 1530 m bleibe ich unter den tief hängenden Wolken. Allerdings sind im Aufstieg auch die Ausblicke zur Silvretta-Hochalpenstraße wolkenverhangen. Dafür kann ich Heidelbeeren naschen! Also dauert der Hin-, als auch der Rückweg etwas länger :-)

Als ich Urlaub im Paznauntal gemacht habe, bin ich von dort aus schon einmal zum Wiegensee aufgestiegen. Ich überlege, ob es von dort aus auch so gut hinauf ging? Damals hatte ich auf jeden Fall Sonnenschein. Heute hätte ich besser noch eine Jacke mitgenommen.

Nach ca. 1,5 Stunden komme ich am Wiegensee an. Huch, ist das heute ungemütlich. Trotz tief hängender Wolken ist es aber schön hier!

Eine lustige Seniorentruppe aus Innsbruck bietet mir ein Schnäpschen an. Dazu kann ich heute nicht "nein" sagen. Auf ein zweites Glas verzichte ich lieber, denn ich will noch heil zurück kommen.

Im Abstieg erwischt mich ein kurzer Regenschauer. Der schafft aber etwas klarere Sicht, so dass ich den Kops-Stausee sehen kann. Die Hochalpenstraße mit dem Vermunt-Stausee verschwindet immer wieder unter den Wolken. Die hohen 3000-er kann ich heute nur erahnen, weiß aber, dass es sie dort hinten wirklich gibt.

Gelegentlich kommt nun die Sonne raus und wärmt. Da kann ich nochmal Heidelbeeren naschen. Ich koste den letzten Urlaubstag so richtig aus.

Am Alpstöbli Tafamunt genieße ich auf der sonnigen Terrasse mein spätes Mittagessen. Danach muss ich vor dem nächsten Regenschauer ins Lokal flüchten. Na, dann gönne ich mir zum Nachtisch eben noch ein Eis.

Die Husche ist vorbei und ich steige hinauf zum Einstieg der Seilbahn, die mich zurück ins Tal bringt.

Jetzt heißt es Koffer packen für die Heimreise.

Als es ìn der Nacht regnet, befürchte ich schon, dass meine heutige Tour ins Wasser fällt. Aber ich habe Glück; am Morgen zeigen sich die Berggipfel klar und es gibt nur wenige Wolken. Ich freue mich auf die geführte Tour auf den Alpgues Rundweg.

An der Grasjochbahn werde ich von der Wanderführerin erwartet. Kein weiterer Wanderer? Nein, wir sind zu Zweit unterwegs.

Mit der prima Grasjochbahn schweben wir hoch hinauf - das hatte ich doch schon einmal! Der Blick hinunter ins Tal und zu den gegenüber liegenden Bergen ist wieder schön.

Im Aufstieg über einen Wiesenhang erfahre ich, dass gegen 10 Uhr leichter Regen angekündigt ist. Nach 14 Uhr sind Gewitter angesagt. Ich habe zwar Regencape dabei, aber Gewitter in den hohen Bergen muss nicht sein. Da ist es gut, mit erfahrener Wanderführerin die Tour zu machen.

Auf schmalem Pfad steigen wir an der Bergflanke hinauf und ich komme ganz schön ins Schnaufen. Nur gut, dass ich die letzten Tage bereits Höhenluft geschnuppert habe.

Ich erfahre den Unterschied zwischen Rauschbeere und Heidelbeere, die ich nun prima vorm Naschen unterscheiden kann. Außerdem bekomme ich Erläuterungen zur Vielfalt der Alpenblumen. Diese Verschnaufpausen im Aufstieg passen.

Später flacht die Aufstiegroute etwas ab. Vorsichtig muss ich trotzdem bleiben, wenn ich die Knipse vor hole und wunderschöne Bilder der Bergwelt einfange. Erst Knipse einpacken, dann weiterlaufen. Heute sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Wir passieren einen hohen Felsen, der wie ein Tor zum Verwall am Wegrand steht. Später kommen wir am Abzweig zum Scheimersch (2420 m) vorbei, den wir aber links liegen lassen.

Nun queren wir mehrere Blockfelder. Ja, Wackelsteine kenne ich aus der Hohen Tatra :-)

Ein Murmeltier verschwindet unter einem Stein. Es guckt nur die Nasenspitze hervor, und das ca. 1 m neben dem Wanderpfad. So dicht bin ich noch nie ran gekommen. Klar knipse ich davon ein Bild, das bestimmt später hier im Blog zu sehen ist.

Das letzte Stück bis hoch auf den Bergsattel bei ca. 2300 m schaffen wir auf einem prima Serpentinenpfad. Aufstieg geschafft. Ohne Regen! Blick in ein herrliches Hochtal mit zwei Seen, von denen aber von hier nur einer zu sehen ist. Hirten kommen herauf und stecken einen Zaun für die Kühe der Alpe.

Wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen für die Mittagspause.

Während ich mich stärke, holt die Wanderführerin das Fernglas hervor und sucht die über uns liegenden Hänge ab. Ihr geübtes Auge entdeckt die Gämsen, die ich dann mit ihrer Hilfe auch sehe.

Nun überlegen wir, wie es weitergeht. Der Rundweg ginge an den Seen vorbei ins Tal, dann zur Alpe und wieder ca. 400 Höhenmeter bergauf. Aber über den Schweizer Bergen ziehen sich schon erste Gewitter zusammen. Ich bin für den Rückweg auf dem bekannten Pfad. Und im Nachgang denke ich, das war die richtige Entscheidung.

Die Blickrichtung ändert sich und so wird auch der Abstieg nicht langweilig.

Uns kommt ein Paar entgegen, dass den Rundweg schaffen will. Ob das vernünftig ist?

Das Murmili lässt sich nicht nochmal blicken. Dafür entdecken wir einen schwarzen Alpensalamander. Die kommen bei feuchtem Wetter raus. Ob er den Regen schon spüren kann?

Wir kommen trocken zurück zur Seilbahn. Der Wind hat schon merklich aufgefrischt. Über den Bergen hängen regenschwer die Gewitterwolken. Wir gondeln gemütlich ins Tal. Ja, es schaukelt gelegentlich.

Das Angebot, mit Auto nach Schruns mitzufahren, kann ich nicht ablehnen. Der Bus sammelt bestimmt alle vor dem Regen Flüchtenden ein und wird rappelvoll.

So komme ich trocken nach Hause. Als ich vom Balkon schaue, schüttet es.

Tour zur Lindauer Hütte

Heute werde ich schon zum Frühstück verwöhnt: es gibt ein Schälchen frischer Blaubeeren. Wer kann dazu schon "nein" sagen?! So gestärkt starte ich die nächste Bergtour.

Per Bus geht's wieder hoch nach Latschau und mit der Golmerbahn auf den Berg. Heute wähle ich die Gauertaler AlpkulTour, ein prima Rundweg, der mich zur Lindauer Hütte und von dort wieder nach Latschau bringt. Unterwegs gibt's Stationen, die von einem regionalen Künstler gestaltet wurden. So kann ich noch was übers Montafon lernen.

Heute heißt es nicht kraxeln, denn der Pfad führt in leichtem bergauf, bergab immer an der Bergflanke entlang. So schweift der Blick entweder rechterhand zu den Bergen oder linkerhand weit über die Täler/die dahinterliegenden Bergketten. Eine ganze Herde Pferde genießt offensichtlich die weiten Hochflächen. Murmilis pfeifen, bleiben aber versteckt.

Zur Laschätzalpe leitet der Weg hinunter und steigt dann gut bergan an blühenden Bergwiesen entlang.

Als ich aus einem schattigen Waldstück heraus trete, habe ich das WOW-Bergerlebnis vor mir: Kleine Sulzfluh und die mächtigen Drei Türme! Was für ein herrlicher Anblick! Freut euch schon mal auf die Bilder, die hier noch kommen :-)

Jetzt ist es nicht mehr weit und ich erreiche die Lindauer Hütte. Hütte ist eigentlich untertrieben, denn das Teil ist ganz schön groß. Hier kehre ich auf der Terrasse zum leckeren Mittagsschmaus ein. Schade, die hohen Gipfel verstecken sich jetzt hinter hohen Bäumen, aber so sitze ich windgeschützt.

Während ich Mittag mache, entdecke ich hinter der Hütte einen kleinen Botanischen Garten. Na, den muss ich mir nach dem Essen noch anschauen. Ob es dort ein Edelweiß gibt?

Viele verschiedene Alpenpflanzen sind zu entdecken. Schade, das Edelweiß blüht (noch) nicht.

Ich nehme nun den Rückweg in Angriff, wissend dass ich gut hinunter muss. Zwei Alpen liegen im Abstieg am Weg: die Untere Sporaalpe und die Untere Laschätzalpe. Ich bin froh, durch schattige Waldstücke bergab zu steigen. Mehrfach quere ich kleine Bachläufe. Die Murmilis pfeifen auch, sind aber wieder nicht zu sehen.

Später mündet mein schmaler Pfad auf einen breiten Weg, dann auf Betonstraße. Bei der heutigen Wärme im sonnendurchfluteten Gauertal zieht sich der Rückweg. Zum Glück gibt's immer wieder Brunnen, an denen ich mich prima erfrischen kann.

Ich könnte am Gauertalhaus nochmal einkehren, will aber nun endlich runter nach Latschau. Okay, das letzte Stück schaffe ich noch. Von den Häusern geht's auf bequemen Weg rüber zur Talstation der Golmerbahn. Auf einer schattigen Bank kann ich den Trubel beobachten und in Ruhe auf den Bus warten.

In Schruns biege ich zur Touristinfo ab: Wetter für morgen checken und zur nächsten Tour anmelden. Morgen also mit Bergführer auf zu neuen Abenteuern! Ich freue mich drauf!

Drei verschiedene Wetter-Apps - drei abweichende Vorhersagen: ganzer Tag bewölkt mit Regen, trocken und ab 13 Uhr Regen oder den ganzen Tag sonnig. Was soll ich damit nun anfangen?

In Schruns ist es trocken und es zeigen sich vereinzelt blaue Wolkenlücken. Für eine Bergtour erscheint mir das zu unsicher. Also wage ich erneut einen Trip ins Brandnertal.

Mit Zug fahre ich nach Bludenz und von dort mit Bus zum Lünersee. Noch hängen viele Wolken überm Tal, gelegentlich blitzt schon die Sonne durch.

Die Lünersee-Seilbahn bringt mich fix von 1566 m auf Seehöhe. Prima: ich komme unter den Wolken an, die aber rundum die Berge verstecken. Der See ist trotzdem wunderschön gelegen. Ein Rundweg verspricht mir zwei Stunden; der ganze Tag liegt noch vor mir. Also laufe ich los.

Die tief hängenden Wolken und die blauen Lücken verleiten mich dazu, stehen zu bleiben und viele Bilder zu knipsen. Mit der zunehmenden Sonne schimmert das Wasser herrlich in allen blau-türkis Tönen. Gelegentlich geben die Wolken den Blick auf die umliegenden hohen Berge frei, um sie dann schnell wieder zu verstecken.

Ich komme am Abzweig zur Totalphütte vorbei, die ich mit gutem Aufstieg in 1 Stunde erreichen würde. Das ist heute aber keine Option. Ich folge weiter dem Seerundweg. Die vielen Leute haben sich inzwischen gut verteilt. Von unten kann ich beobachten, wie die zur Hütte Aufsteigenden immer kleiner werden und in den Wolken verschwinden. Von der Hütte ist nichts zu sehen.

Als ich nach ca. 2 Stunden an der Lünersee Alpe ankomme (wie ihr seht, habe ich ganz schön gebummelt), verwöhnt mich die Sonne. Ich lege mit Bergblick bei den Ziegen und Hühnern meine späte Mittagsrast ein. Gelegentlich geben die Wolken die Kirchlispitzen (2551 m) frei. Irgendwo pfeifen die Murmeltiere. Ist das schön hier!

Auch, wenn ich hier bleiben mag, der Rückweg wartet noch auf mich.

Jetzt bin ich gegenüber dem Aufstieg zur Totalphütte. Und tatsächlich kann ich sie hoch oben sehen. Die mächtige, dahinterliegende Spitze der Schesaplana (2965 m) bleibt heute verborgen.

Wieder pfeifen die Murmeltiere. Eins kann ich entdecken - die Knipse habe ich griffbereit.

Bisher führte der Weg bequem am See entlang. Nun geht's stramm bergan und über Felsen hinauf. Hier finde ich den Wegweiser zu der Tour, die ich eigentlich machen wollte: über den Kamm hinauf und dann zur Heinrich-Hüter-Hütte. Aber der schöne Tag heute entschädigt für die entgangene Tour.

Von oben geht der Blick zurück zum See. Solche Türkistöne gibt's doch gar nicht - einfach traumhaft! Bin ich schon wieder am knipsen? Na, das wird nach dem Urlaub ganz schwer, die Bilder für den Blog auszuwählen :-)

Richtung Staumauer laufe ich nun den Zick-Zack-Weg bergab. Von unten kommt die Seilbahn herauf. Darüber dreht ein Transporthubschrauber seine Kreise.

Von der Staumauer genieße ich nochmal den Blick übern See, aber auch auf der anderen Seite ins tiefe, tiefe Tal. Über den Gipfeln hängen immer noch die Wolken fest.

Ich hatte kurz überlegt, mir noch einen Kaffee oder ein Eis zu gönnen. Aber bei den Preisen hier oben kann ich gern verzichten. Ich beende meinen ca. 4-stündigen Rundweg und schwebe zurück ins Tal, wo es gleich mit Bus weitergeht nach Bludenz. Hier mache ich jetzt Kaffee-Pause. Dann bringt mich der Zug zurück nach Schruns.

Und welche Wetter-App hatte Recht? Na die, mit dem ganzen Tag Sonnenschein!

Keine Sonne auf dem Sonnenkopf

Ja, es hat gewittert. Heute früh ist der Regen vorbei. Da alle Gipfel in Wolken gehüllt sind, starte ich spät in den Tag.

Noch bin ich Optimist: ich fahre gegen Mittag mit Bus ins Silbertal und mit der Kristbergbahn hoch in die Berge - und komme in dicker Suppe oben an.

Wenn ich nicht wüsste, dass ich von hier oben einen tollen Bergblick habe, würde ich es nicht glauben.

Also biege ich erst mal zur Gaststätte ab und mache Mittag.

Die Planung war, den Waldweg unterm Muttjöchle zu nehmen und zum Sonnenkopf zu wandern. Also wage ich die Tour und hoffe auf Wetterbesserung.

Der breite Forstweg ist auch im Nebel nicht zu verfehlen; die roten Walderdbeeren leuchten so intensiv, dass ich sie trotz Nebel sehe. Ein Wegweiser leitet mich hinauf in den Wald, mündet dann aber wieder auf einer Forststraße, die stetig bergab geht. Weitere Wegweiser gibt's nicht und es fängt an zu regnen. Mist!

Im weiteren Wegverlauf endlich ein Wegweiser: in 1 Stunde bergauf zum Kristbergsattel (da komme ich grad her) oder bergab auf dem breiten Forstweg ins Klostertal nach Dalaas. Okay, von Dalaas käme ich mit Bus zur Talstation der Sonnenkopfbahn, also bergab. Da ahne ich noch nicht, mit wie vielen weit ausholenden Bögen der Weg auf mich wartet. Zum Glück hat der Regen aufgehört. Der Weg nervt / ich schaue, wo ich die Bögen über Wiesen und Weiden abkürzen kann und bin endlich nach einer weiteren Stunde unten im Tal.

Der Bus lässt nicht lange auf sich warten und so bin ich dann doch fix an der Sonnenkopfbahn. Dort schwebe ich hinauf und lande wieder in den Wolken. Na, einen Kaffee bekomme ich bestimmt im Bergrestaurant.

Aber das ist heute nicht mein Tag: Bergrestaurant zu; Bergpanorama nicht zu sehen.

Also Haken dran und mit Seilbahn zurück ins Tal.

Heimweg dank Mehrtageskarte dann easy: Bus nach Bludenz und Zug (heute ohne Schienenersatzverkehr) nach Schruns.

Gerade habe ich die Wettervorschau gecheckt. Sieht nicht nach Bergwetter aus. Vielleicht kräftig pusten und die Wolken wegschieben?

Nach der gestrigen Tour gönne ich mir heute einen Erholungstag. Die Bergstiefel ziehe ich aber vorsorglich mal an.

Mit Bus geht's hinauf bis Gargellen. Dort nehme ich die Schafbergbahn und schwebe hoch in Richtung Schweiz. Es ließe sich entlang der Grenze der Schmugglerweg machen, aber ich will mich ja erholen.

Also nehme ich den bequemen Weg hinauf zum Schafbergsee. Der führt direkt auf die Gargellener Madrisa (2770 m) zu - was für ein mächtiger Berg!

Der Schafbergsee ist winzig im Vergleich zu zwei türkis schimmernden Speicherseen. Die hier errichtete Lawinenverbauung ist häßlich. Bestimmt wird der Weg, der sich schräg zum Kamm hoch zieht, oben besser.

Ich lasse es bei diesem Aufstieg bewenden und nehme den Panoramaweg zurück zur Bergstation. So habe ich die schöne Bergkulisse wieder vor mir. Murmeltiere pfeifen, aber zu sehen ist keins. Dafür komme ich an einem Gehege mit Minieseln und Ziegen vorbei.

An der Bergstation mache ich zeitiges Mittag / eine Kleinigkeit reicht, denn Hunger habe ich noch nicht.

Dann schwebe ich zurück ins Tal. Da ich auf den Bus warten muss, der eher selten herauf kommt, bleibt Zeit für eine kleine Dorfrunde. Oben in den Bergen blies ein angenehmer Wind - hier steht die Luft. Also suche ich mir ein Schattenplätzchen bis der Bus kommt.

Nein, zurück nach Schruns mag ich noch nicht. Ich fahre bis St. Gallenkirch und schwebe mit der Grasjochbahn wieder hoch. Was für eine herrlich lange Strecke mit Weitblicken übers ganze Tal!

Zeit für mich, einen "alternativen" Rückweg auszutüfteln. Ich habe ja nochmal eine Mehrtageskarte gekauft, mit der ich beliebig die diversen Bergbahnen nutzen kann. Da geht doch was!

Mit der Grasjochbahn komme ich hoch bis zur Grasjochhütte, kann dort aber umsteigen und mit der Hochalpila-Bahn weiter rauf.

Auf dem Bergkamm gibt's einen Weg rüber bis unters Kreuzjoch. Da war ich schon und weiß, dass ich einen breiten Weg rüber zur Wormser Hütte nehmen kann. Gut, dass ich die Bergstiefel angezogen habe!

Von der Wormser Hütte laufe ich weiter zur Bergstation vom Sessellift Sennigrat. Jetzt schwebe ich hinab zur Bergstation der Hochjoch-Bahn. Und weil ich von dort noch spät ins Tal komme, kann ich gemütlich Kaffeepause machen.

Über den Bergen ziehen sich die Wolken zusammen; für den späten Nachmittag sind Gewitter gemeldet. An der Gaststätte werden schon die Tischdecken eingesammelt. Also Zeit für mich, mit der Hochjoch-Bahn hinab nach Schruns zu schweben.

War das ein genialer Rückweg! So richtig, um nochmal die diversen Bergpanoramen zu genießen :-)

Nun füllt eine leckere Melone meinen Bauch. Im Tal ist es immer noch heiß. Das Gewitter läßt noch auf sich warten.

Daumen drücken, dass es über Nacht vorbei ist und ich morgen wieder wandern kann.

Ich hatte gestern ja gesagt, da muss ich noch mal hoch. Und weil das Wetter passt, geht's wieder mit der Golmer Bergbahn hinauf.

In meiner Wanderkarte ist der Golmer Seenweg eingezeichnet. Am Frühstückstisch versichere ich mich, dass der zu schaffen ist.

Im Aufstieg bin ich froh, dass noch etliche Wolken am Himmel sind und ein leichter Wind weht. In Serpentinen steige ich über einen Wiesenhang gut bergauf. Dann liegt die Gipfelkette vor mir: Golmer Joch (2124 m), Latschätzkopf (2219 m) und ganz oben das Kreuzjoch (2261 m). Ein schmaler Pfad verbindet alle Gipfel. Es geht gut rauf und dazwischen kurz runter.

Was für eine herrliche Aufstiegsroute! Und dazu immer der Blick auf die hohen Berge des Rätikon.

Gegen 11.30 Uhr habe ich das Golmer Kreuzjoch geschafft. Jetzt gibt es eine lange Genießerrast mit grandiosem Gipfelpanorama: linkerhand Tschaggunser Mittagsspitze und Schwarzhorn, vor mir die Drei Türme, rechts die mächtige Zimba. Aber noch kann ich nicht alle Gipfel benennen.

Ich knipse wieder ganz viele Bilder, also bleibt schön neugierig!

Der Abstiegsweg beschreibt einen großen Bogen und führt an etlichen Seen vorbei.

Da ich gut in der Zeit liege, kann ich mir immer wieder Genießerpausen leisten. So entdecke ich vor der Zimba die Heinrich-Hüter-Hütte (der Weg vom Lünersee dorthin könnte mich reizen). Das Gipfelpanorama auf meiner heutigen Tour hat den Aufstieg auf jeden Fall gelohnt.

Allerdings kommt nun die Sonne richtig raus und heizt ganz schön ein. Weiter unten blockieren die Kühe meinen Weg und ich muss schauen, wie ich vorbei komme.

Als ich auf einen breiten Weg abbiege, denke ich, dass ich bald wieder an der Golmer Bergbahn ankomme. Aber denkste!

Ein Wegweiser weist rechts auf einen Aufstiegspfad; bis zur Bergbahn sollen es noch 40 Minuten werden.

Uff, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich steige in der Sonne bergan und freue mich, dass hier jemand Bänke aufgestellt hat. So ist auch dieser Aufstieg noch zu schaffen. Oben mündet der Weg in einer stetig bergab führenden Panoramastrecke, nun ist auch die Bergstation zu sehen. Jetzt habe ich freien Blick auf die Berge hinter Schruns. Silbertal mit Kristberg und Hochjoch mit Sennigrat und Wormser Hütte kenne ich ja schon.

Gegen 14.30 Uhr erreiche ich die schattige Terrasse am Golm, wo ich mir ein kühles Radler und ein spätes Mittagessen gönne. Und eine längere Erholungspause!

Dann schwebe ich mit der Kabinenbahn ins Tal. Dabei entdecke ich doch tatsächlich unter der Bahn noch etliche Murmeltiere!

Frisch geduscht denke ich an diese herrliche Bergtour mit dem wunderschönen Gipfelpanorama. Morgen sollte ich aber eine kleinere Tour planen :-)

Auf dem Golm (1890 m)

Das ist echt unfair: in Anbetracht der labilen Wetterlage packe ich heute früh die Regensachen in den Rucksack, habe dann aber bestes Bergwetter. Als ich jetzt kurz ins Städtchen gehe, packe ich den Rucksack aus. Und da erwischt mich ein üppiger Regenschauer. Aber zum Glück ist der schnell vorbei.

Heute morgen sah es nicht nach Bergwetter aus. Also fahre ich nach Latschau und starte von dort mit der Kabinenbahn auf den Golm. Dort gibt es den Familien-Erlebnisweg. Der sollte zu schaffen sein.

Aber zunächst steige ich ein kleines Stück hoch und genieße einen fantastischen Blick auf die Bergriesen. Hätte ich die Bergstiefel an, wäre ich versucht, weiter hinauf zu steigen. Okay, heute nicht!

Ich lenke meine Schritte zum Familienweg und folge dem Murmeltier "Golmi" und seinen Freunden auf ihrer Entdeckertour. Dieser Weg ist echt genial gemacht. Es gibt Wissensstationen, Rätsel, Wasserspielplätze, ...
Da kann man wirklich wieder zum Kind werden. Alles wird ausprobiert. Unterwegs gibt's Blaubeeren zum Naschen und herrliche Ausblicke übers ganze Tal und die gegenüberliegenden Berge. Es ist wolkig, aber gelegentlich blinzelt die Sonne durch. Das Ganze bei angenehmen Wandertemperaturen.

Für mich wirds eine Genießertour - ganz allmählich steige ich bergab.

Und weil ich heute mal bummele, komme ich zur Mittagszeit an der Berggaststätte Matschwitz an. Prima, wie das passt!

An der Gaststätte herrscht Trubel: eine größere Gruppe feiert Junggesellenabschied. Dazu gibt's Musik mit der Ziehharmonika. Ich staune, wie textsicher mehrere Strophen der Heimatlieder von den jungen Leuten beherrscht werden.

Nachdem ich meine leckeren Spinatknödel vertilgt habe, geht es weiter bergab. Jetzt folge ich dem Waldrutschen-Pfad. Wer mag, kann sich den Rückweg durch die Nutzung der steilen Rutschen verkürzen. Für die Kinder ist das ein Riesengaudi; was für ein Juchzen und Kreischen! Auch einige große Leute trauen sich, Rucksack voraus. Ich steige den Pfad daneben bergab.

Einige Kinder kommen mir bergauf entgegen - sie wollen wohl noch einmal rutschen.

Nach der letzten Rutsche fordert mich der schmale Abstiegspfad nochmal. Aua, geht's hier steil hinunter. Da bin ich froh, als ich unten angekommen bin und plumpse erst mal ins Gras.

Nach kurzer Erholungspause schaffe ich die letzten Schritte bis zum Auto.

Dieser Berg ist so reizvoll, dass ich bestimmt noch mal hoch fahre und von dort eine größere Tour mache.

War das heute eine wunderschöne Tour!

Ich schließe mich hier einer geführten Wanderung an. Die beginnt in Gaschurn, von wo wir drei Frauen mit der Versettla-Bahn bis zur Mittelstation hinauf fahren. So kürzen wir den Aufstieg etwas ab.

Mit Erläuterungen zur Almwirtschaft steigen wir dann auf bequemen Weg bergan. Später wechseln wir auf schmale Pfade über herrliche Bergwiesen. Viele der hier wachsenden Blumen und Kräuter kenne ich nicht. Da ist es gut, eine sachkundige Alpführerin dabei zu haben.

Wer bei Talwanderung an flache Wege denkt, liegt hier falsch. Es geht stetig bergauf, ist aber prima zu laufen. Und der Blick wandert rundum zu den hohen Bergen. Rechterhand steht die Versettla, die ich ja schon kenne. Die Madrisella hält sich im Hintergrund und ist von unten nicht zu sehen.

Wir passieren die Ganeu-Maisäß oberhalb auf einem weiter ansteigenden Wiesenpfad. Später erreichen wir das unberührte Trogtal des Garnerabachs, wo wir kurz Pause machen. Hier oben wohnen die Murmeltiere und es dauert nicht lange, bis wir im Weitergehen die ersten entdecken. Einige sitzen auf großen Steinen und genießen die Sonne, andere wackeln quer über die weiten Wiesenhänge. Auch Jungtiere sind zu sehen.

Manche verschwinden fix in ihrer Höhle, sobald sie uns wahrnehmen. Andere sitzen hoch aufgerichtet und beobachten uns. Ich knipse viele Bilder und hoffe, dass ich sie mit dem Zoom nicht verwackelt habe.

Wir halten auch Ausschau nach Gämsen, aber ich kann nur kurz ein Reh ausmachen, bevor es hinter Bäumen verschwindet.

Beim Ausblick nach weiteren Tieren kommen wir jetzt nur langsam voran. Aber es macht Spaß, die vielen Murmeltiere zu entdecken. Na, wer sieht noch eins?

Der weitere Weg zur Garneraalpe verflacht sich etwas, so dass wir bequem weiter laufen können, ohne auf die Füße zu achten. Im Hintergrund ist hoch oben die Tübinger Hütte zu sehen. Wir biegen um eine Ecke und erreichen die Alpe auf 1675 m Höhe. Hier legen wir unsere Mittagspause ein, nachdem wir bei einer kleinen Führung die Herstellung des typischen Montafoner Käses erklärt bekommen haben und natürlich auch probieren durften.

Hmm, der Trinkjoghurt mit Himbeeren schmeckt lecker! Der Rundumblick auf die hohen Berge ist wunderbar!

Eigentlich mag man hier sitzen bleiben. Aber der Rückweg wartet auf uns.

Es geht nochmal an den Murmeltieren vorbei, aber dann wählen wir einen anderen Abstiegsweg. Schön schattig an einem Hang durch den Wald. Ja, die Sonne meint es heute wieder gut mit uns.

Als wir die Ganeu-Maisäß erreichen, queren wir über eine Wiese zu einer Hütte: hier hat unsere Alpführerin eine kleine Einkehr für uns mit Holunderblütensirup zur Erfrischung und Schnäpschen zur Stärkung - das tut gut!

Jetzt schaffen wir noch den Abstieg hinab ins tiefe Tal, erst auf breitem Forstweg, dann auf schmalem Waldpfad gut bergab. Gaschurn liegt auf 980 m Höhe, das will noch geschafft sein.

An der Talstation der Versettla-Bahn verabschieden wir uns voneinander. Was für eine herrliche Tour!

Ich kehre in Gaschurn noch auf einen Kaffee ein und lasse mir eine Erdbeerschnitte schmecken. Dann fahre ich zurück nach Schruns, wo eine erfrischende Dusche auf mich wartet.

Von Bludenz ins Brandnertal

Morgentlicher Blick vom Balkon: alle Gipfel rundum verstecken sich unter den Wolken. Aber es ist trocken.

Also wird das heute nichts mit dem Lünersee. Ich starte trotzdem erst mal nach Bludenz und schaue, wie sich der Tag entwickelt.

Statt Montafoner Bahn gibt's Schienenersatzverkehr mit Bus. In Bludenz steuere ich die Touristinfo an und bekomme einen kleinen Plan für die Innenstadt. Auf meine Frage nach dem Brandnertal zeigt sie mir ein Bild der Webcam von der Bergstation der Dorfbahn in Brand. Oh je, die zeigt nur dicke Wolkensuppe. Das sieht nicht gut aus.

Also drehe ich erst mal eine gemütliche Innenstadtrunde. Aber so groß ist Bludenz nicht. Es geht auf Mittag zu und ich entscheide, doch hoch ins Brandnertal zu fahren.

Es geht ganz schön hoch: der Bus bringt mich flott nach Brand auf 1037 m. Dort suche ich mir ein kleines Lokal für meine Mittagseinkehr. Und während ich Mittag mache, lugt die Sonne hervor und drückt die Wolken nach oben. Ich mache einen kleinen Verdauungsspaziergang, vorbei am niedlichen Naturschwimmbad (wo heute keiner badet).

Und dann?

Lünersee ist weiterhin keine Option. Aber mit meinem 3-Tage-Ticket kann ich ja Seilbahn fahren. Und sollte ich in den Wolken ankommen, ärgere ich mich nicht, sondern fahre wieder runter.

Also schwebe ich mit Kabinenbahn hinauf nach Parpfienz (1390 m). Genial, ich komme unter den Wolken an und habe einen prima Blick übers Tal. Aber es wird noch besser: auf der Höhe sehe ich die Bergstation der Panoramabahn. Also liegt auch die noch in erreichbarer Nähe!

Das lasse ich mir nicht zweimal sagen: mit der großen Kabinenbahn geht's über ein tiefes, tiefes Tal hinauf auf den Burtschasattel (1680 m). Eigentlich sollte ich von dort einen schönen Blick auf Bludenz haben. Na, das wird heute aber nix.

Dafür sehe ich, dass ich auf dem Natursprünge-Weg rund um das tiefe, tiefe Tal wandern kann und genau an der Bergstation der Dorfbahn wieder ankomme. Hey, das passt ja perfekt!

Der Weg ist für Kinder ausgelegt und bietet unterwegs diverse Wissensstationen. Außerdem ist er bei den heutigen sehr angenehmen Temperaturen gut zu laufen. Und, was heute auch wichtig ist, er bleibt unter den Wolken. Mein Tag ist gerettet!

Auf dem sehr bequemen Weg, der dann noch an einer Alm und einem Staubecken vorbei führt, erreiche ich nach einer 1,5-stündigen Wanderung wieder die Bergstation über Brand. Von dort schwebe ich zurück ins Tal.

Kaum habe ich die Busstation erreicht, kommt auch schon der Bus angefegt. Na, wie das wieder passt!

In Bludenz gönne ich mir noch einen Kaffee, dann geht's heim nach Schruns.

Heute morgen habe ich nicht erwartet, dass das so ein erlebnisreicher Tag wird.

Kammweg übern Gantekopf

Vertrackter Start in den Tag: erst steige ich zu früh aus dem Bus (mit der Grasjochbahn wollte ich nicht hoch), dann kommt der nächste Bus verspätet (und flutscht an der Haltestelle Garfrescha vorbei), so dass ich meine heutige Tour umplanen muss. Ich starte also in Gaschurn mit der Versettla-Bahn und gehe die Tour von oben nach unten.

Versettla-Bahn? Ja, da war ich schon einmal :-) Ich schwebe hinauf und komme an der Nova Stoba (auf 2010m) an.

Heute geht's in eine andere Richtung. Ich folge dem gut zu sehenden Pfad zum Gantekopf und steige erst mal bergauf. Wunderschöner Blick ins Tal, zur Zamangspitze, aber auch nach Partenen und sogar der Vermuntsee in Richtung Bielerhöhe ist zu sehen. Allerdings ist die Sicht nicht so klar, wie die letzten Tage.

Am Gantekopf setze ich mich auf die Bank und genieße die herrliche Aussicht.

Der weitere Weg bringt mich immer leicht bergauf, bergab auf dem Kamm entlang. Zur anderen Seite gibt's weite Wiesenhänge - Skigebiet für den Winter.

Unterwegs kann ich mich heute mit Blaubeeren stärken. Na, das gefällt mir!

Vom Aussichtspunkt Weißplatte muss ich dann auf einem Serpentinenweg tief hinab steigen. Oh, ich spüre die Waden!

Auf halber Strecke mache ich Pause. Ich bin froh, dass ich mir heute früh eine Banane in den Rucksack gepackt habe.

Der Abstieg will kein Ende nehmen. Ja, ca. 435 Höhenmeter wollen erst mal geschafft werden.

Als ich aus dem Wald heraus trete und zurück blicke, zieht sich der Himmel mit dunklen Wolken zu. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Aber die Bauden an der Garfrescha habe ich fast erreicht.

Noch überlege ich: gleich mit Sessellift runter ins Tal oder späte Mittagseinkehr beim Brunellawirt? Der Regen nimmt mir die Entscheidung ab und geschützt unterm Verandadach lasse ich mir die Montafoner Kässpatzen schmecken, während im Hintergrund ein Gewittergrummeln zu hören ist.

Ich bin noch auf 1485 m Höhe. Ganz fest drücke ich die Daumen, dass der Regen aufhört. Und ich habe Glück, auch wenn die Abfahrt mit Sessellift mit Gewittergrummeln im Hintergrund bei mir mit Bauchkribbeln begleitet wird. Aber ich schaffe es trocken ins Tal.

Der Bus, der von der Bielerhöhe kommt, lässt auf sich warten. Als er endlich hält, ist er so voll, dass ich nur mit Mühe hinein passe. Aber ich lande trocken in Schruns.

Hier hat es (noch) nicht geregnet. Dunkel ist es aber rundum. Bestimmt kommt da noch was runter.

Das kann mir aber jetzt egal sein: ich hatte heute eine schöne Bergtour!

Kreuzjoch und Seeweg

War das heute eine schöne Bergtour!

Nachdem ich mich fleißig belesen habe, hole ich mir morgens in der Touristinfo ein 3-Tage-Ticket, mit dem ich Seilbahnen, Bus + Bahn, Schwimmbäder und Museen besuchen kann. Billig ist das nicht, aber mit intensiver Seilbahnnutzung rechnet es sich.

Also fange ich damit gleìch an: mit Kabinenbahn Hochjoch von Schruns in zwei Etappen bis zur Kapellalpe (1855 m). Dort rüber zum Sessellift und rauf zum Sennigrat (2289 m). Ja, so kann ich auch hoch in die Berge kommen :-)

Vom Sennigrat führt ein prima Kammweg zur Wormser Hütte (2305m).

Vor dem Urlaub hatte ich gesagt, es müssen nicht mehr die Gipfel sein, bis zur Berghütte reicht auch. Und was mache ich?

Der Aufstieg auf dem ausgeprägten Grat rauf zum Kreuzjoch reizt zu sehr, auch wenn dort steht "nur für geübte Wanderer". Es wird eine herrliche Kletterei, die gut zu bewältigen ist. Also Kreuzjoch-Gipfel (2395m) geschafft. Und die Kraxelei hat sich gelohnt: ich genieße einen fantastischen Rundumblick.

Gleicher Weg zurück? Nein. Nur wenige Schritte weiter erreiche ich im Abstieg einen Sattel und von dort gibt's einen breiten Weg unterhalb des Kammes zur Wormser Hütte. Jetzt habe ich mir ein leckeres Mittagessen verdient.

Nach einer ausgiebigen Pause mit Bergblick orientiere ich mich im Abstieg am markierten Seeweg. Der führt durch eine wunderschöne Bergkulisse bergab an mehreren Bergseen vorbei: Herzsee, Schwarzsee, Seebligasee. Immer wieder muss ich anhalten, um Bilder zu knipsen. Es geht aber auch gut runter, erst auf breiten Wegen, später auf schmalen Pfaden.

Zum Glück weht hier oben ein frisches Lüftchen, so dass es trotz intensivem Sonnenschein nicht anstrengend wird.

Am Seebligasee lege ich nochmal eine Pause ein. Einige Leute wagen sich schwimmend ins kalte Wasser. Ich ziehe die Bergstiefel aus, wate zwei Schritte durchs Wasser und setze mich auf einen großen Blockstein nah am Ufer. Hier bleibe ich sitzen und lasse die Füße ins Wasser baumeln. Die Zeit bleibt stehen - so könnte ich ewig hier bleiben. Fische springen durchs Wasser, über mir im Berghang sind Leute im Klettersteig zu sehen, hoch oben tront die Wormser Hütte. Was für ein herrliches Fleckchen!

Okay, noch liegt ein ganzes Stück Abstieg vor mir. Also rappel ich mich auf.

Der Weg leitet mich nun an einer steilen Bergflanke entlang mit Blick Richtung Litz-Tal, wo ich gestern unterwegs war. Von der Bergstation der Hochjochbahn ist noch nichts zu sehen.

Erst als ich an einem Speicherbecken und vielen Schneekanonen vorbei bin, ist mein Ziel auszumachen. Dort suche ich mir erst mal einen Schattenplatz zum Ausruhen, bevor ich mit der Seilbahn zurück ins Tal schwebe.

Das war heute eine prima Hochgebirgstour! Mal schauen, was die kommenden Tage noch bereit halten. Dieser Urlaub gefällt mir!

Es sollte eine leichte Tour zum Eingewönen werden. Aber nun bin ich doch ziemlich k.O.

Mein Rother-Wanderführer lockt mich über Stock und Stein nach Silbertal. Von Schruns steige ich auf einem herrlichen Wanderpfad hinauf und meine Knipse hält fantastische Blicke über den Ort auf die sich dahinter erhebenden hohen Berggipfel fest.

Die Wegemarkierung passt perfekt, auch als mein Wanderweg auf eine ruhigen Bergstraße mündet, der ich in Richtung Brif-Rosagarta folge.

Tief unter mir glitzert die Litz. Vor mir entfaltet sich der Blick auf die dahinter liegende hohe Bergkette. Was für ein wunderbarer Panoramaweg!

Ein Schild warnt: Achtung, Eichhörnchen! Ich kann leider keins entdecken.

Die Sonne meint es heute wirklich gut; so langsam freue ich mich, wenn die Aufstiegsroute durch schattige Passagen führt. Immer wieder komme ich an verstreut liegenden Weilern vorbei. So hoch hinauf wollte ich eigentlich nicht. Aber die Blicke ins Tal und zu den hohen Bergen entschädigen mich.

Erst später zweigt von der Bergstraße ein herrlicher Wiesenweg ab, der mich allmählich hinunter ins Tal leitet. Schatten, murmelndes Wasser und Walderdbeeren - ja, so gefällt es mir!

Im Tal stelle ich fest, dass es bis Silbertal nochmal leicht hinauf geht. Die letzten Meter schaffe ich noch.

Und ich komme direkt an der Talstation der Kristbergbahn an. Na, was mache ich da? Natürlich gondele ich hinauf!

Wenige Schritte sind es zur Knappastoba, wo ich nun beim Mittagessen das komplette Bergpanorama genießen kann. Noch weiß ich nicht, wie diese Gipfel alle heißen, aber Appetit für kommende Bergtouren kann ich mir schon mal holen :-)

Heute schwebe ich nach der Stärkung zurück ins Tal. Den Abzweig in Schöffel, der mich links vom Bach wieder leicht bergan führen sollte, habe ich leider verfehlt und so muss ich nun dem Fußweg am Bach entlang folgen. Es weht zwar ein leichter Wind und ich habe vorsorglich nochmal Sonnencreme aufgetragen, aber der Rückweg durchs sonnige Tal schlaucht langsam. Erst das letzte Wegstück bietet Schatten. Da bin ich froh, als ich wieder im Quartier bin, eine erfrischende Dusche bekomme und mir dann einen leckeren Eiskaffee rühren kann.

Ankunft im Montafon

Ich starte kurz vor 8 Uhr auf die lange Fahrt in den Urlaub. Das hat zwei Vorteile: angenehme Morgentemperaturen und leere Autobahnen. So komme ich zügig voran.

Erst nach 10 Uhr wird es voller auf der A7, aber auch an den vielen Baustellen rolle ich gut vorbei.

Zu Mittag erreiche ich Illertissen, wo so langsam der Stau entsteht. Also lege ich am Rasthof eine längere Pause ein.

Danach fädele ich mich wieder ein, aber jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Abzweig auf die 96 Richtung Lindau. Hier rollt es wieder total entspannt.

Auf österreichischer Seite geht's weiter mautfrei bis Hohenems. Für das letzte Stück nehme ich die Landstraße, jetzt schon umgeben von hohen Bergen. Sieht nach Urlaub aus!

Nun habe ich schon mein Quartier bezogen und wurde mit einem Kaffee auf der Terrasse verwöhnt. Ein erster Orientierungsspaziergang liegt hinter mir. Das Eis hat geschmeckt.

Eingedeckt mit Wanderprospekten kann ich den Tag auf meinem Balkon mit Bergblick ausklingen lassen.

Ich werde wohl nach dem Sommerurlaub die vielen Urlaubsberichte aus Österreich in eine Kategorie sortieren, denn es wird mit den vielen Kategorien wirklich unübersichtlich. Es sei denn, ich bekomme Unterstützung für die Einrichtung eines neuen Blogs und verabschiede mich dann von diesem, denn die Fehlerquote hat über die vielen Jahre doch arg zugenommen.

Aber jetzt sind erst mal die Sachen gepackt, so dass ich morgen in die Ferien starten kann. Dieses mal geht es nach Schruns im Montafon. Im Montafon war ich schon einmal auf einen Tagesausflug von Galtür aus und hier könnt ihr den Wanderbericht dazu lesen. Jetzt nehme ich mir also Zeit, diese Region näher zu erkunden.

Mein Quartier habe ich hier gefunden: bei Familie Marent in Schruns, die mit diesen Impressionen lockt. Na, das macht doch richtig Appetit, oder?

Ich werde mich, wie gewohnt, von unterwegs melden. Bleibt schön neugierig!

Durch die Rastenberger Finne

Heute bin ich mal am östlichen Zipfel meines üblichen Wandergebietes unterwegs. Ich lasse mich vom Wanderheftchen (auf der Seite einfach runter scrollen) nach Rastenberg locken.  Der mit einem gelben Dreieck markierte Rundweg soll mich über den Mühlberg ins Tiefe Tal führen - leider lässt die Ausschilderung arg zu wünschen übrig.

Den Aufstieg hinterm Rathaus auf den Hundehügel finde ich auch ohne Markierung. Wäre ich dort die Stufen rechts hoch gestiegen (Markierung grüner Schrägstrich), hätte ich mir den Umweg auf der Straße entlang sparen können. Der Blick über den Weinberg auf Rastenberg gefällt, auch wenn sich die Sonne heute hinter einer dicken Wolkendecke versteckt.

Am zugewachsenen Abzweig zum Fuchsturm wäre ich fast vorbei geswitcht. Auch auf der Almose fehlen die Wegweiser. Also laufe ich einfach geradeaus in den Wald hinein und bin richtig.

Der weitere Weg wird mir dann echt versüßt: ich finde Himbeeren bis zum Abwinken. Okay, damit verlangsamt sich natürlich die Tour, aber zu diesen vielen leckeren Früchtchen kann ich einfach nicht "nein" sagen.

Der Abzweig zur Jagdhütte ist dann perfekt markiert und im weiteren Wegverlauf kann ich mich prima am roten Dreieck des Finnewanderweges orientieren. Auch die "Drei Kreuze" finde ich problemlos. 

Auf das ehemalige Bahnviadukt weist nur noch eine Tafel hin, aber so weiß ich, dass ich weiter dem richtigen Weg folge, der jetzt zum Tiefen Tal abzweigt und später oberhalb der Fischteiche entlang führt. Dann heißt es noch einmal gut hinauf steigen - ich orientiere mich einfach weiter am roten Dreieck (auch wenn der Pfad fast zugewachsen ist).

Am Waldrand bin ich nur kurz verunsichert, biege aber einfach nach rechts ab und finde im weiteren Wegverlauf das rote Dreieck wieder, das mich zurück bis nach Rastenberg begleitet. Schon von weitem höre ich das "Rum-ta-ta" - ich hatte vergessen, dass heute Kirschfest in Rastenberg ist. Das reizt mich nicht. Ich lasse den Rummel einfach links liegen und laufe durch ruhige Gassen zurück zum Auto.

Fazit zum Wanderheftchen: sehr spärliche Wegbeschreibung, die kleine Übersichtskarte ist auch ohne Details (wie z.B. die fehlende Jagdhütte) zur Orientierung hilfreich. Ich war froh, dass ich mich an den gut markierten Finnewanderweg halten konnte.  

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