Juli 2017-Archiv

Kronplatz (2273 m)

In der Nacht hat es geregnet und ob das Wetter heute stabil bleibt ist ungewiss. Also ist heute die Fahrt zum Kronplatz mit dem Messner-Mountain-Museum dran, die ich in diesem Urlaub sowieso noch machen wollte. Am Frühstückstisch erzähle ich davon und so schließt sich Marianne meinem Ausflug an. Prima, da habe ich unterwegs jemanden zum Schwatzen. Mit dem Auto fahren wir über St. Virgil hinauf zum Furkelpass. Dort startet eine von vielen Bergbahnen hoch zum Kronplatz, der sich über Bruneck am Verbindungspunkt von Puster- und Gadertal befindet. Mit der Ruis-Kabinenbahn schweben wir durch Wolken bergauf. Zum Glück kommen wir dann über den Wolken, die unter uns im Tal festhängen, oben an. Okay, der flache Wiesengipfel ist wirklich arg vom Winterskizirkus verbaut. Die Rundumsicht ist jedoch echt genial. Wir statten den Yaks einen Besuch ab und drehen eine ausgiebige Gipfelrunde. Klar hängen die Wolken noch tief, aber die Ausblicke auf Bruneck, die dahinter liegenden Berge und die ringsum aufgereihten Bergketten ist sehenswert. Noch vermissen wir Schautafeln zur Orientierung, die finden wir dann beim Gang zur großen Glocke inmitten des Platzes. Hier führt uns ein innerer Rundgang einmal an einer Mini-Bergkulisse entlang, so dass wir bequem alle Gipfel zuordnen können. Und je weiter der Tag voran schreitet, desto mehr lösen sich die Wolken auf. Wir halten Ausschau nach Messners-Mountain-Museum, das sich erstaunlich gut in diesen Platz einfügt. Auf dem Weg zum Museum beobachten wir Gleitschirmflieger, die von hier ins Tal starten. Dann besuchen wir das Museum, das der Bergsteigerei gewidmet ist. Es gibt viele Bilder, Sinnsprüche an den Wänden, vielfältige Kletterutensilien aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenen berühmten Bergsteigern. Interessant sind die riesigen Fenster, die sich in Richtung Gebirge (Geislerspitzen, Peitlerkofel, Heiligkreuzkofel) öffnen. Hier zeigt einer, wo seine Wurzeln liegen, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Mir hat diese Ausstellung gut gefallen. In einer Gaststätte auf dem Plateau machen wir Mittag mit Bergblick. Und weil uns danach beiden noch nicht nach Heimfahrt ist, drehen wir noch eine Sonnenrunde unter der Glocke mit Rundschau auf die Berge :-) Erst dann geht's mit Kabinenbahn zurück ins Tal und mit Auto nach La Villa. War das ein schöner Ausflug! Nun drückt mal fest die Daumen, dass morgen wieder trockenes Wanderwetter ist.
Gute Kletterei ohne Aufstiegshilfe. Ja, diese in meinem Buch als leichte Tour beschriebene Route war nicht ohne! Ich starte die Tour am Busparkplatz Saré, wohin mich der Linienbus bringt. Von dort laufe ich, am Campingplatz vorbei, durch den Wald zum Ausgangspunkt der beschriebenen Tour, dem Autoparkplatz der Capanna Alpia (1726 m), was meinen Weg um ca. 0,5 Stunden verlängert. Bereits hier gibt's den Blick auf die hohen Gipfel der Conturines. Von der Hütte starten verschiedene Routen in die Berge. Linkerhand ist ein gewaltiger Aufstieg zu sehen. Da erscheint mir mein Weg geradeaus zunächst ganz leicht. Aber da sollte ich mich irren: auf einer breiten Bergstrasse steige auch ich üppig bergan. Da heißt es richtig Zähne zusammenbeißen und über viele Kurven hinauf. Nach gut einer Stunde habe ich mein Etappenziel, die Scotonihütte auf einem weiten Wiesenboden erreicht. Hier muss ich erst mal verschnaufen. Mich umgibt eine fantastische Kulisse aus hohen Berggipfeln. Und wenn ich den Blick nach vorn richte, steht dort eine hohe Wand, an der sich ein Serpentinenweg hinauf schwingt. Klasse, da oben liegt der See! Was jetzt folgt ist also eine gute Kletterei. Die Kehren sind aber gut ausgebaut. Im Aufstieg innehalten und zurück blicken; je höher ich steige, desto schöner und weiter wird der Ausblick. Klar knipse ich viele Bilder. Auch die gelben Mohnblüten, die ich schon aus den Sextener Dolomiten kenne, wachsen hier. Nach ca. 40 Minuten ist diese Wand geschafft und mein Weg biegt linkerhand zum Lagazuoi-See unter den mächtigen Cima del Lago und der Cima-Scotoni-Südwestwand (Fanisgruppe) ab. Hier lasse ich mich in der Nähe des Ufers nieder. Während ich Pause mache, schweift mein Blick rundum: oberhalb des Sees ist oben in den Felsen eine Scharte zu sehen, wo etliche Leute ins Nachbartal hinüber klettern; andere kommen von oben herunter. Mein Blick wandert die gewaltigen Felswände entlang. Mein Aufstiegsweg führt weiter hinein ins Gebirge; er quert ein ausgeprägtes Hochplateau. Ich hole meine Wanderkarte raus und stelle fest, dass man von hier zum Lagazuoi weiter aufsteigen könnte, finde aber in meinem Tourenheft leider nichts dazu. Schade, denn der Weg sieht echt lohnenswert aus, aber auf unbestimmte Abenteuer bin ich nicht aus. Ich genieße meine lange Pause und beobachte weiter die Kletterer. Aber irgendwann muss ich ja wieder absteigen. Ich nehme also den gleichen Weg zurück. Der Abstieg gestaltet sich ungewohnt schwieriger. Denn hier gibt's keine Blocksteine, wie zum Beispiel in der Hohen Tatra. Hier gibt's Sand und Kieselsteine. Die können, wenn man nicht aufpasst, zu Rollschuhen werden. Den Berg runterrutschen wäre aber keine gute Idee. Also bin ich entsprechend vorsichtig. Vergleichsweise zügig bin ich aber wieder unten an der Hütte. Hier lege ich gegen 13 Uhr eine ausgiebige Mittagsrast ein. Voll ist es hier inzwischen geworden: Leute, die noch hoch wollen, aber auch viele, die von weiter oben herunter gekommen sind. Ich komme mit Niederländern ins Gespräch, die vom Lagazuoi abgestiegen sind. Später sitzen Tschechen mit am Tisch. Es herrscht ein buntes Sprachengemisch. Auf der Bergwiese weiden zwei kuschlige Alpakas. Klar muss ich zu ihnen noch hin, bevor ich an den steilen Abstieg ins Tal denke. Aber dann gebe ich mir einen Ruck. Auch jetzt laufe ich vorsichtig, denn Rollschuh-Gefahr besteht nun ebenso. Der Aufstieg fiel definitiv leichter. Die Beanspruchung der Muskeln ist auch zu spüren. Für mich fällt diese Tour doch eher unter die Rubrik "mittelschwer". Gegen 15 Uhr bin ich am Autoparkplatz. Der Linienbus kommt um 15.35 Uhr. Da reicht die Zeit ja noch für ein Belohnungseis auf die Hand :-) Na, das war doch eine prima Bergtour. Die Sonne hat es heute so gut gemeint, dass die kühlende Salbe hinterher richtig wohltuend ist.
Meine Lieben begeben sich heute auf die Heimreise. Ich lasse mich noch ein Stück mitnehmen und steige in Badia aus. Von dort wandere ich kurz hinauf nach San Linert, wo mein 4-er Sessellift in Richtung Heiligkreuzkofel startet. Genüsslich schwebe ich auf die mächtige Felswand zu, muss weiter oben aber nochmal umsteigen in einen 2-er Sessellift. Der bringt mich fast bis rauf zur hübschen Heiligkreuzkapelle direkt unter der steilen Wänden. Hier schaue ich erst mal übers Tal zu meiner Tour von Vorgestern, zum Col Plö Alt, der genau gegenüber auf einer hohen Felswand thront. Dahinter erhebt sich der einsam stehende Peitlerkofel. Auch die schneebedeckten Alpengipfel sind wieder gut zu sehen. Der kleinen Kapelle statte ich einen kurzen Besuch ab, dann wende ich mich aufwärts. Als ich an der Hütte vorbei laufe, stimmt gerade ein Männerchor ein bezauberndes Lied an. Da muss ich stehen bleiben und lauschen. Und bei La Montanara (auf italienisch) bin ich in dieser traumhaften Kulisse richtig gerührt. Das ist schon was anderes als "volkstümliche Hitparade". So schnell kann ich jetzt gar nicht los laufen. Ich bleibe und höre zu. Selbst beim Schreiben dieser Zeilen bekomme ich noch eine Gänsehaut. La Montanara begleitet mich als Ohrwurm auf meiner heutigen Tour. Die führt mich auf einem herrlichen Panoramaweg unterhalb des Heiligkreuzkofels entlang. Und wieder genieße ich die Ausblicke auf diese wunderbare Bergwelt. Mich begleiten ganz viele Schmetterlinge. Als ich kurz stehen bleibe, setzt sich ein Falter einfach auf meine Hand und schleckt sie ab. Erst als ich weiter gehe, fliegt er davon. Fast ohne Höhenunterschiede geht es unter der mächtigen Bergwand entlang. Erst später unterm Lavarella steige ich gut hinunter, bleibe aber insgesamt noch hoch überm Talboden. Eigentlich wollte ich den Weg Nr. 12 nach La Villa nehmen. Aber als ich den Abzweig erreiche, mag ich noch nicht wieder runter ins Tal. Meine Wanderkarte verrät mir, dass ich auf Weg Nr. 15 bleiben könnte, dann aber in San Cassiano ankommen würde. Warum nicht? Von dort kann ich ja auf dem Künstlerweg zurück ins Tal. Also verlängere ich meine Tour. An der Alm Rüdeferia stoße ich auf den Lärchensteig, ein für Kinder (und Große?) präparierter Erlebnispfad mit Schautafel und Zapfenweitwurf. Es geht fast auf einer Höhe durch den Wald und dann oberhalb von Wiesen entlang mit schönem Blick auf La Villa. Erst als ich fast in San Cassiano bin, schlängelt sich der Weg hinab. In San Cassiano mache ich Pause und schlecke ein leckeres Eis. Dann geht's auf bekanntem Weg in einer Stunde allmählich bergab nach La Villa. Okay, damit war die Tour heute ganz schön üppig, aber wunderschön.

Noch einmal Pralongia

Ich habe Überraschungsbesuch: Sohn und Enkelkind machen während ihres Urlaubs Zwischenstopp in La Villa. Und ich möchte ihnen natürlich die wunderschönen Berge der Dolomiten zeigen. Also wiederhole ich mit ihnen die Tour vom Dienstag, die mir selbst so gut gefallen hat. Die Berge sind die gleichen, aber heute erfahre ich, wie prima diese Tour für Kinder ist. Das beginnt bereits an der Bergstation der Kabinenbahn. Dort wartet ein kleiner Erlebnispark für Kinder mit verschiedenen Klettermöglichkeiten. Später beobachten wir, wie die Bergwiesen gemäht werden, um Heu für die Tiere zu machen. An den Bergbauden gibt's diverse Spielgeräte, die ausprobiert werden müssen. Diese Wanderung wird also selbst für Kinder nicht langweilig. Wir Großen genießen die Ausblicke auf die fantastische Bergwelt. Wir schaffen es gemeinsam bis zu Pralongia-Hütte. Und selbst hier gibt's was zu entdecken: das begehbare Hasengatter hatte ich bei meinem ersten Besuch hier gar nicht gesehen. Außerdem gibt es verschiedene Mitmach-Stationen, an denen die Kinder spielerisch ihr Wissen testen und verschiedene Sachen ausprobieren können. Auf dem Rückweg machen wir an der gleichen Gaststätte späte Mittagsrast. Auch hier entdecke ich ein Hasengatter, während mein Enkelkind mit einem Spielzeug-Bagger den Wiesenhang herunter düst. Das letzte Stück bis zur Bergstation ist schnell geschafft. Wir beobachten noch, wie ein großer Berg Heu auf ein Fahrzeug verladen wurde. Oben sitzen ein paar Kinder drauf. Am liebsten wäre mein Enkelkind dort mitgefahren. Bevor es hinab ins Tal geht, bleibt noch genug Zeit für eine wiederholte Kletterpause und auch der kleine Bergteich wird trotz kaltem Wasser für ein Fußbad genutzt. Dann schweben wir mit der Kabinenbahn hinab ins Tal. Es war ein wunderschöner, erlebnisreicher Tag!

Bergtour zum Col Plö Alt

Heute war stabiles, aber wolkiges Wetter versprochen. Also starte ich im Naturpark Puez Geisler meine erste Bergtour. Den Aufstieg kann ich ein wenig mit dem Sessellift verkürzen, aber dann heißt es zu Fuß weiter aufsteigen. Zunächst geht es unter der Felsenwand entlang, später muss ich über Serpentinen steil in einer Felsenscharte hoch steigen. Nach einer Stunde habe ich die Gardenazza-Hütte auf 2058 m Höhe erreicht. Die ist aber nur ein Etappenziel. Weiter geht's, nicht mehr steil, aber stetig über Bergwiesen und an Latschenkiefern vorbei bergauf. Jetzt öffnet sich auch der Blick auf die gewaltige Bergwelt. Die Marmolada bleibt heute wolkenverhangen. Mich begleitet dafür den ganzen Tag die Aussicht auf Heiligkreuzkofel und Lavarella. Im Weitergehen sehe ich nur einige Kühe, die sich hier einen fantastischen Logenplatz ausgesucht haben. Der Weg wird steiniger und führt später direkt unterhalb mächtiger Felswände entlang, ist aber perfekt markiert. Was für eine herrliche Berglandschaft! Auf schmalem Band passiere ich unter einer Felswand ein ausgeprägtes Hochtal. Laut pfeifend erschreckt mich ein Murmeltier - ich sehe es kurz vor mir noch unter den Felsen in einem Loch verschwinden. Das letzte Stück führt mich noch über einen Wiesenkamm, das Gipfelkreuz ist in Sicht. Mittagsrast also auf dem Col Plö Alt (die Höhenangaben schwanken in meiner Wanderliteratur zwischen 2314 m und 2332 m). Die Lage dieses Gipfels ist genial: gegenüber ist der Heiligkreuzkofel zum Greifen nah. Unter mir im Tal Badia und La Villa. Im Hintergrund die ganzen hohen Berge, wenn auch wolkenverhangen. Allerdings bläst auf diesem ausgesetzten Gipfel ganz schön der Wind. Eine geschützte Stelle fehlt. Also kurz gestärkt und einen Eintrag im Gipfelbuch verfasst, dann steige ich langsam wieder hinab. Halt, ich habe noch was vergessen: hier oben wimmelt es von Edelweiß, so viele Blüten auf einer Stelle habe ich noch nie vorher gesehen! Im Abstieg merke ich, dass ich doch mächtig weit hoch gestiegen bin. Ich halte Ausschau nach Murmeltieren, kann aber keine entdecken. Dafür habe ich auf dem Rückweg andere Berge im Blick, zum Beispiel den hohen Sassongher. Von der Hütte kann man in ca. 2,5 Stunden dort hinauf klettern, aber dieser Gipfel ist mir eindeutig eine Nummer zu groß. Mein Rückweg führt natürlich auch nochmal zur Hütte, wo ich mir eine gemütliche Einkehr zu Kaffee und Kuchen genehmige. Dann nehme ich die alternative Abstiegsroute zum Sessellift. Gemächlich schwebe ich hinab ins Tal. Und der Weg von der Talstation ins Quartier ist ja fix geschafft. War das eine schöne Bergtour! Allerdings bin ich jetzt k.O.

Aussichtsreiche Pralongia-Tour

Perfektes Timing heute: kaum bin ich gegen 14 Uhr zurück im Quartier, da grummelt es im Gebirge und es fallen erste Tropfen. Wenig später ein richtiger Platzregen mit Hagelkörnchen. Na, da habe ich ja Glück gehabt! Hinter mir liegt eine fantastische Wanderung. Nach dem Frühstück scheint die Sonne, also starte ich heute mit Kabinenbahn in die Berge. Es geht hinauf auf den Piz La Ila (2077m). Meine Tour führt mich über einen weiten Wiesenhang, wird also noch keine Kraxeltour. Dafür habe ich heute Rundumsicht auf das gewaltige Gipfelpanorama: hinter mir ist die Gardenazza-Hütte auf dem Hochplateau zu sehen. Dahinter die schneebedeckten Gipfel der österreichischen Alpen. Im Weiterlaufen dann linkerhand Heiligkreuzkofel, Lavarella, Conturines und Lagazuoi. Rechterhand der hoch aufragende Sassongher (2665m), dann der Sella-Stock mit dem Piz Boe (3152m). Im Tal die Orte Corvara und Colfosco. Und geradeaus die Krönung dieses Panoramas: die gletscherbedeckte Marmolada (3342m). Und das alles bei herrlichstem Sonnenschein und klarer Sicht. Na, da kann ich doch gleich mal schauen, bis zu welchen Hütten ich aufsteigen kann. Allein für dieses Gipfelschauspiel hat sich die Auffahrt gelohnt. Das wird ja eine tolle Genießertour, die mich hinauf zur Pralongia leitet. Die Augen können sich gar nicht satt sehen. Schade nur, dass heute meine Knipse streikt (irgendwie hatte sich was verklemmt und erst im Quartier habe ich sie wieder flott gekriegt/hoffentlich passiert das nicht noch mal). Ein breiter Weg führt mich über den Wiesenhang, es geht mal runter, dann wieder rauf. Ein Spaziergang ist es nicht. Immer wieder laden Rastplätze zum Stoppen ein: innehalten und die Aussicht genießen. Was für eine prima Tour!!! Unterwegs gibt es ein paar Streichelgehege mit Ziegen und, süß, kleinen Hasen. Immer wieder auch Gaststätten, die mit schönen Terrassen zur Einkehr einladen. Ich steige jedoch zügig weiter bergan, denn meine Wetterprognose meldet Regen ab ca. 13 Uhr. Noch ein letzter Anstieg und ich habe gegen 11.30 Uhr die Pralongia (auf 2157m) erreicht. An der kleinen Kapelle oberhalb der Hütte wartet eine Bank auf mich. Rast mit Rundumsicht! Meine Mittagseinkehr plane ich für die (vor)letzte Hütte vor der Seilbahn und hoffe, dass sich das sonnige Wetter hält (wenn nicht, bin ich dann ja fix wieder unten). Ich nehme also den gleichen Weg zurück, aber die Blickrichtung auf die Berge ändert sich ja jetzt :-) Gemütlich dümpel ich bergab. Ich könnte ewig so weiter laufen. Die Sonne lässt mich nicht im Stich, auch wenn sich jetzt mehr Wolken zeigen. Die Berge rundum sind einfach genial! Mittagseinkehr auf der Hütte mit Blick auf Piz Boe. Ich will einfach hier sitzen bleiben. Aber irgendwann muss ich mich ja aufrappeln. Es ist 13.30 Uhr und noch scheint die Sonne. Zur Seilbahn muss ich noch ein letztes Stück bergauf. Sanft schwebe ich zurück ins Tal. War das eine fantastische Tour! Inzwischen ist hier der Regen vorbei und die Sonne scheint auch schon wieder. Vielleicht spaziere ich gleich noch ins Städtchen?

San Cassiano - Valparola-Alm

Das Wetter macht heute einen launigen Tag. Als ich früh aufstehe tragen die Berge eine Wolkenkappe und es regnet. Nach dem Frühstück hat der Regen aufgehört. Was tun? Ich ziehe die leichten Wanderschuhe an und plane, nach San Cassiano aufzusteigen. Von La Villa führt ein Künstlerweg hinauf, dem ich an einem rauschenden Gebirgsbach entlang folge. Die Sonne kämpft sich durch und schiebt immer mal die Wolken ein Stück beiseite, so dass ich im steten bergan den Blick auf die hohen Berge habe. Was für ein schöner Weg! Nach gut einer Stunde habe ich San Cassiano passiert, aber der Weg geht weiter. Ich will schauen, wo heute Abend die Mondscheintour los gehen soll und steige mit Sonnenschein weiter hinauf. Nach einer weiteren Stunde erreiche ich den Parkplatz Armentarola. Und nun? Wieder zurück? Ich halte Ausschau nach einer Einkehr. Ein wunderschöner Wiesenweg zweigt rechterhand ab. Die hübsch gelegene Gaststätte "Pre de Costa" ist nicht meine Preisklasse. Mein Wanderplan zeigt mir eine Alm und eine Italienerin sagt was von ca. 30 Minuten. Und was mache ich? Klar steige ich weiter hinauf. Ist ja bei Sonnenschein und Blick auf die Conturines (3064m) zu reizvoll. Gegen 12.30 Uhr komme ich an der Valparola-Alm (deutsch: Eisenofenalm/1749m; italienisch klingts viel schöner) an. Gerade richtig für ein leckeres Alm-Mittagessen. Eine richtige Genießertour! Aber nun macht mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn es fängt an zu regnen. Die erste Husche ist schnell vorbei, aber über dem Gebirge ziehen sich dunkle Wolken zusammen. Also Rückweg in Angriff nehmen. Zum Glück habe ich den Schirm eingepackt, aber Regenjacke wäre auch gut gewesen. Überm Gebirge grummelt es und im Abstieg erwischt mich das Gewitter. Nur gut, dass es einen Linienbus gibt. Bis der kommt, darf ich mich im Hotel an der Armentarola unterstellen. Pitschnass komme ich in La Villa an. Trotzdem wars ein prima Ausflug, zumal ich gerade erfahren habe, dass meine für heute Abend geplante Mondscheintour ausfällt. Da kann ich mich ja faul im Quartier von der doch recht üppigen Wanderung erholen :-)

Panoramaweg zum Sompuntsee

Ich sitze auf dem Balkon und genieße den Ausblick auf die hohen Berge rundum - ist das schön hier! Bin heute morgen frisch gestärkt gestartet. Vom nächtlichen Gewitter habe ich nichts mitbekommen. Die Fernpass-Strasse in Richtung Innsbruck ist landschaftlich sehenswert, auch wenn Kurve auf Kurve folgt. Inntal-Autobahn entspannt, Abzweig zum Brenner problemlos. Ich hatte vor dem Urlaub die Videomaut gebucht, aber leider wurde das Kennzeichen nicht erkannt und ich musste den Ausdruck vorzeigen. Erst dann ging die Schranke hoch. Überquerung dann wieder gut zu meistern, zumal am Sonntag Vormittag der Verkehr nicht so dicht war. Auch die Mautstellen in Italien easy. Dichter Verkehr im Pustertal, kaum Autos, dafür Fahrräder im Gadertal. Der Taleingang schmal und es reiht sich Tunnel an Tunnel. Serpentinen hinauf, hinter Badia öffnet sich das Tal und rundum stehen die Bergriesen. Ja, hier mag ich Urlaub machen! Gegen 12 Uhr habe ich La Villa erreicht und mein Quartier fix gefunden. Allein der Blick vom Balkon lohnt sich. Außerdem habe ich keine 5 Minuten Weg zum Sessellift. Nach einem Bummel durch's Städtchen (Mittagseinkehr) und Blick zur Kabinenbahn habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin zur ersten Tour gestartet: auf einem wunderschönen Panoramaweg, immer mit Blick auf die hohen Berge, zum kleinen Sompuntsee. Der See kann auf einem schmalen Weg umrundet werden. Dabei entdecke ich, wie sich an manchen Stellen fantastisch die hohen Berge spiegeln. Gemütlich geht's auf dem Panoramaweg zurück. Na, das war doch ein schöner erster Ausflug. Am späten Nachmittag hat die Tourist-Info auf. Nun bin ich mit Wanderkarte versorgt und hoffe auf gutes Wetter für morgen Abend, denn ich habe mich gleich zur Mondscheinwanderung angemeldet. Für morgen Vormittag sollte ich also eine leichtere Tour planen, damit ich Abends noch genug Energie habe. Jetzt genieße ich noch meinen kleinen Balkonblick und faulenze ein bisschen.
Ja, es war ein langer Weg. Aber ich bin gut angekommen. Am Morgen hat mich hinter Erfurt erst mal ein üppiger Platzregen erwischt. Dann wurde das Wetter zusehends besser. A71 schön leer, erst um Würzburg wurde der Verkehr dichter, hat sich jedoch bald wieder entspannt. So bin ich gut voran gekommen. Bei Illertissen dann der erste Stau, der sich nur zäh aufgelöst hat. Weil ich dann erst mal Strecke machen wollte, habe ich spät gegen 13 Uhr eine längere Pause eingelegt, indem ich die Autobahn verlassen und mir in einen kleinen Kaff ein Mittagessen auf einer schattigen Terrasse genehmigt habe. Zwischen Füssen und Reutte war der nächste Stau gemeldet. Und weil meine Tankanzeige langsam gegen Null ging, bin ich vorsorglich in Füssen runter von der A7 und ein Stück Landstraße gefahren, an der ich, nun schon in Österreich, eine Tanke gefunden habe. Richtung Reutte stand ich aber doch wieder im Stau, so dass ich dann erst gegen 16.15 Uhr endlich Biberwier erreicht habe. Mein Quartier heißt "Bergblick" und liegt am Rand einer sonnigen Wiese mit fantastischem Blick auf die hohen Gipfel. Okay, die Zugspitze versteckt sich hinter einem kleinen Hügel. Aber dafür gibt's Sonnenspitze (2417m) und Grünstein (2661m). Wie ihr seht, habe ich die Berge rundum schon sortiert. Bei einem prima Spaziergang gabs auch die Zugspitze zu sehen, allerdings mit Wolkenkappe. Für einen Abstecher in die Berge war die Zeit heute nicht mehr. Dafür war ich gerade noch Abendbrot essen: auf der Terrasse des Dorfgasthauses, natürlich mit Bergblick. Ich glaube, ich habe den für mich passenden Zwischenstopp gewählt. Morgen geht's ausgeruht weiter in die Dolomiten.

Ich packe auch dieses mal wieder Kathegorien zusammen, nämlich Dolomiten/Südtirol 2009 und 2017. Die Anleitung für die "schnellen Orientierung" gibt's dann nach meinem Urlaub.

Ja, in den Dolomiten war ich 2009 schon einmal: in den Sextener Dolomiten genau. Das war ein fantastischer Wanderurlaub mit Drei Zinnen, Büllele Joch Hütte, Monte Piana, Misurinasee und Pragser Wildsee.

Dieses Jahr fahre ich nun im Sommer ins Alta Badia/Gadertal. Unter diesem Link  des Tourismusverbandes habe ich mir schon Appetit geholt:

Wanderkarte Alta Badia 

Auch hier gibt es, wie ihr seht, fantastische Berge und etliche Bergseen, die ich mir als Wanderziel auswählen kann. Außerdem habe ich wohl die Möglichkeit, mir gelegentlich den Aufstieg durch Seilbahnen zu verkürzen. Ich habe schon recherchiert, dass ich mich einigen geführten Touren des Tourismusverbandes anschließen kann.

Morgen nehme ich die erste Etappe der Anreise in Angriff, die mich zunächst nach Biberwier in der Zugspitz-Region bringt. Am Sonntag gehtś dann weiter über die Brenner-Autobahn nach La Villa/Stern.

Ich werde wieder versuchen, mich hier im Blog von unterwegs zu melden.

Jetzt drückt mir ganz fest die Damen, damit ich schönes Wanderwetter bekomme!

An der Weichsel 1.JPG

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Bahnfahrt nach Wieliczka.JPGSalzmine Wieliczka.JPG

Salzmine Wieliczka

                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Im Zentrum von KrakauAn der Stadtmauer.JPG

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Klezmer-Gruppe 1.JPGKlezmer-Gruppe 2.JPG

HopOn HopOff Bus.JPGEmaillefabrik Oskar Schindler.JPG

Platz der Ghetto-Helden.JPGKosciuszko-Hügel 2.JPG


                                                                                                                                                                                                                         

Bootsfahrt auf der Weichsel

Bootsfahrt auf der Weichsel.JPGBootsfahrt auf der Weichsel 2.JPG

                                                                                                                                                                                                                                                                                              

 Abends in Kazimierz    Abends in Kazimierz.JPG

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Kazimierz

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Zentrum

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Best of Krakau

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Kleiner Rückblick auf Krakau

Ja, ich bin wieder zu Hause. Bevor ich hier aber erste Bilder hoch lade, will ich kurz erzählen, was ich noch erlebt habe.

Ich habe nämlich noch einen herrlichen Montag Abend verbracht: In einem gemütlichen Lokal an der Breiten Straße (ihr wisst ja jetzt schon, dass das eigentlich ein Platz ist) hatte ich mich gerade hingesetzt und die Speisekarte studiert. Hmmm, so viele leckere polnische oder jüdische Gerichte, dass die Wahl schwer fiel. Nebenan spielte eine kleine Gruppe populäre klassische Musik. Als diese Gruppe Pause machte, kam aus meinem Lokal eine Gruppe von 4 jungen Musikern heraus, die begann, Klezmer-Musik zu spielen. Wow, war das Klasse!!! Schön, dass ich auf mein Essen warten muss, denn so kann ich einfach dieser Musik lauschen. Nach einigen Liedern macht "meine" Gruppe Pause und im Nachbarlokal gehtś mit Musik weiter. So geht es den ganzen Abend immer abwechselnd weiter - klar, dass ich mir mit meinem Abendbrot gaaaaaaaaaaanz viel Zeit gelassen habe :-)

Da mein Flieger am Dienstag erst um 15 Uhr nach Berlin startete, hatte ich außerdem noch den Vormittag, um was zu unternehmen. Warum also nicht die Zeit für einen schönen, entspannten Spaziergang entlang der Weichsel nutzen? (Wenn ich länger geblieben wäre, hätte ich mir ein Radl ausleihen können, denn der Radweg entlang des Flusses ist gut ausgebaut.) So wurde es eine schöne Morgenrunde unterhalb des Wawel entlang bis zur Grunwald-Brücke. Auf meiner Bus-Runde hatte ich erfahren, dass es von hier den schönsten Blick auf den Wawel geben soll, was ich nur bestätigen kann. Gemütlich gingś zurück zum Hostel, nicht ohne dem feuerspuckenden Drachen "Auf Wiedersehen!" zu sagen.

Nachdem ich meinen Koffer im Hostel geholt hatte, bin ich zum Plac Novy und habe mir zum Abschied nochmal ein Zapiekanka geholt. Damit war ich gestärkt für die lange Heimreise.

Salzmine Wieliczka

Ist das wirklich schon mein letzter Tag in Krakau? Die Zeit verging wie im Flug. Heute stand ein Ausflug mit dem Zug in die nahe Salzmine Wieliczka auf meinem schon zu Hause gebastelten Plan. Die nötigen Informationen bekam ich in der Touristinfo von Kazimierz und alles hat bestens geklappt. Mit dem Zug gings von Krakau Glowny direkt nach Wieliczka. Dort brauchte ich mich nur den anderen Touristen anschließen, die alle das gleiche Ziel hatten. Lange Schlange am Eingang - okay, das waren die Reisegruppen. Der Ticketschalter für Individualtouristen war am Morgen schön leer. Die erste deutschsprachige Führung sollte erst 10.45 Uhr dran sein. Also habe ich die englische Version gewählt, die zeitnah starten sollte. Über 380 Stufen gingś hinunter; die Holztreppe schien kein Ende nehmen zu wollen. Unten dann gut ausgebaute Gänge. Den Erläuterungen konnte ich prima folgen. Der erste Teil widmete sich dem Salzabbau. Selbst Pferde haben hier ihren Dienst getan. Immer wieder kamen wir an von Menschen geschaffenen großen Salzskulpturen vorbei. Über Stufen gingś immer tiefer hinab. Laut meinem Flyer waren es insgesamt dann ca. 800 Stufen. Die Krönung der Tour sind natürlich die riesigen Kapellen, besonders die reich mit Wandbildern verzierte St. Kinga-Kapelle. Außerdem gibt es weiter unten Salzseen, die entweder durch ihre Spiegelung oder ihre türkisblaue Farbe beeindrucken. Ich habe schon überlegt, ob wir am Ende die 800 Stufen wieder hoch klettern müssen. Aber zum Glück bringt uns ein doppelstöckiger Fahrstuhl zurück ans Tageslicht. (Ich fühlte mich an die Bergwerkstour erinnert, die ich vor kurzem in Wettelrode gemacht habe.) Na, das war doch echt ein beeindruckender Ausflug! Da ich in der Salzmine keine Bilder geknipst habe, schaut mal hier: Salzmine Wieliczka Um die Mittagszeit fahre ich zurück nach Krakau, wo ich den Nachmittag prima zum Schlumpern durch die Innenstadt nutze und dabei der Marienkirche einen Besuch abstatten kann (der Turm ist leider geschlossen). Dann plündere ich noch den Souvenirshop auf dem Wawel, bevor ich im Hostel erst mal die Füße hoch legen muss. Klar bin ich heute Abend wieder im quirligen jüdischen Viertel unterwegs. Egal, wo ich bisher eingekehrt bin, es war überall lecker. Und bei angenehmen Temperaturen kann ich lange draußen sitzen. Wenn ich mich das nächste mal melde, bin ich schon wieder zu Hause. Aber dann gibt's Bilder!

HopOn HopOff in und um Krakau

War das gestern noch ein fantastischer Abend! Klar habe ich mein leckeres Zapiekanka vertilgt. Danach bin ich gemütlich zur Breiten Straße, die eigentlich ein Platz ist, gepilgert. Ich hatte vormittags gesehen, dass dort eine Bühne aufgebaut wurde. Abends war der Platz dicht mit Menschen gefüllt und auf der Bühne spielte eine geniale Band mitreißende Klezmer-Musik. Da bin ich hängen geblieben und war begeistert. Die Stimmung war einfach fantastisch, meine Füße wollten nur noch mittanzen. Also wurde der Abend etwas länger. Trotzdem bin ich heute morgen gut aus den Federn gekommen. Meinen Füßen wollte ich vorsorglich einen ruhigeren Tag gönnen. Ich hatte ja vor dem Kurzurlaub schon recherchiert, dass es hier einen HopOn-HopOff-Bus gibt. Der startet am Wawel, also nicht weit vom Hostel entfernt. Okay, eigentlich gibt's zwei Anbieter. Da beide die gleiche Runde zu fast identischen Konditionen fahren, bekam der erste abfahrende Bus meine Mitfahrt. Das jüdische Viertel habe ich vorbeiziehen lassen. An Oskar Schindlers Emaillefabrik im Stadtteil Podgorze bin ich ausgestiegen und habe mir die gut aufbereitete Ausstellung über Krakau in der Zeit von 1939-1945 angeschaut. Geschichtsstunde pur mit vielen historischen Bildern, Dokumenten und Darstellungen jüdischen Lebens in dieser Zeit. Eine Ausstellung, die wirklich sehenswert ist. Der Bus brachte mich anschließend weiter zum Platz der Ghetto-Helden mit der Adler-Apotheke. Leider hat mich hier der Regen erwischt und es wirkte sich sehr nachteilig aus, dass die Busse nur im Abstand von 45 Minuten fahren. Aber nach langer Wartezeit war, als der Bus endlich kam, auch der Regen vorbei. Schade, die Altstadt hat der Bus (trotz eingezeichneter Schleife in meinem Faltblatt) nicht angefahren. Es gab einen Stopp am Wawel und dann gingś raus aus dem Zentrum hinauf auf den Kosciuszko-Hügel. Der Regen hatte zwar aufgehört und ich konnte von oben den Blick auf die Stadt unter mir genießen. Bei Sonnenschein und Fernsicht muss der Ausblick gewaltig sein. Ich habe heute die Gipfel der Hohen Tatra nur erahnen können. Dieser Abstecher war trotzdem schön. Zurück am Wawel kam doch tatsächlich die Sonne raus. Wie für mich gemacht, denn ich wollte ja noch eine Bootstour auf der Weichsel unternehmen. Beim Einstieg hat das kleine Holzboot mächtig geschaukelt. Als es dann losgedüst ist, lag es stabil im Wasser. Der Blick vom Boot auf den sonnenbeschienenen Wawel ist unvergleichlich. Bilder folgen, versprochen! Viel zu schnell war diese herrliche Wasserrunde vorbei. Der Rückweg führte mich nochmal zum feuerspuckenden Drachen, bevor ich zurück ins Hostel bin. Na, das war doch wieder ein wunderschöner Tag in Krakau. Meine Füße haben sich dabei prima erholt :-)
Ja, dieses lange Wochenende in Krakau kann ich wirklich genießen, auch wenn ich jetzt meine Füße spüre. Mein kleines Hostel liegt am Saum des jüdischen Viertels Kazimierz, wo ich gestern Abend schon lecker Essen war. Die Atmosphäre mit den vielen kleinen Lokalen ist genial! Heute habe ich den Vormittag gleich zu einem ausgiebigen Bummel dort genutzt. Geht das am Samstag? Jain, sage ich. Warum? Der Samstag ist den Juden heilig und vieles ist geschlossen. Aber: Die alte Synagoge war geöffnet, interessant und sehenswert. Auf den Straßen habe ich gelassene morgendliche Aktivitäten beobachten können. In einer Synagoge fand bei geöffneter Tür ein Gottesdienst statt. Unaufdringlich lunzen funktioniert. Die morgendliche Ruhe vor den Touristenströmen kam mir definitiv entgegen. Und den kleinen Trödelmarkt habe ich auch noch besucht. Zu Mittag bin ich gleich nebenan eingekehrt. Dann habe ich im Hostel eine Pause eingelegt. Weiter gingś zum Wawel, dem Hügel mit dem Königsschloss und der Kathedrale. Allein dafür lohnt ein Ausflug nach Krakau. Ich habe mich per Audio-Set durch die Kathedrale führen lassen. Sicherlich wäre alles auch ohne sehenswert gewesen, aber die Erläuterungen waren das Sahnehäubchen. Bis hoch zur Sigismundglocke bin ich geklettert - ob mir die Berührung des Klöppels Glück bringt? Den zur Führung dazu gehörenden Museumsbesuch habe ich ohne Erklärungen mitgenommen. Da war's dann nämlich bald schon 15 Uhr und ins Zentrum wollte ich doch auch noch. Aber erst war jetzt die Drachenhöhle unterm Wawel dran. Der Drache wartet erst hinter der Höhle. Und dort spuckt er richtig Feuer! Ja, ein Tag in Krakau kann lang werden. Der Weg in die Innenstadt mit Marienkirche, Tuchhallen und Rathausturm ist jedoch noch zu schaffen. In der Marienkirche findet eine Hochzeit statt - kurz lunzen geht, aber Besichtigung und Turmbesteigung nicht. Also erklimme ich nach dem Bummel durch die Tuchhallen den nahen Rathausturm, von dem ich den Blick von oben auf diese herrliche Stadt genieße und in der Ferne die Gipfel der Hohen Tatra sehen kann. Dann dümpel ich langsam zurück ins Hostel. Die nächste Erholungspause tut gut. Nachher will ich nochmal los: am nahen Plac Novy ein Zapiekanka zum Abendbrot essen und schauen, was das jüdische Festival zu bieten hat.

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