Ja, es sollte ein Erholungstag werden. Unser Wanderpass lockt uns zur Kalbelehof Alpe. Laut Wanderkarte bequem immer an der Vils entlang, vorbei am Vils Stausee.

Das stimmt jedoch nur zum Teil. Von Schattwald kommend laufen wir im Vilstal bis zum kleinen Stausee. Vom Vilsfall ist nichts zu sehen und ein Angler weist darauf hin, dass der Wasserstand sehr niedrig ist.

Unser Weg folgt nun nicht mehr dem Fluß, der sich tief in das Tal eingeschnitten hat, sondern leitet uns jetzt links bergan.

Ich hatte gelesen, dass sich unweit unserer Route der Moorweiher Floschen versteckt. Klar nehmen wir diesen Abstecher noch mit. Dieser Moorweiher liegt wirklich idyllisch zwischen den Bergwiesen. Schuhe und Strümpfe aus - ich schaukle übermütig auf dem "Steg", bis mich meine Schwester darauf aufmerksam macht, dass das kein Steg, sondern ein am Ufer festhängendes Floß ist. Aber sie hätte mich gerettet, wenn ich auf den Weiher hinaus getrieben worden wäre.

Kurz zurück und wir folgen aufsteigend zwischen Wiesen weiter unserem Rundweg, der uns nun etwas weg von der Vils bringt. Bei Rehbach orientieren wir uns und finden hinterm Hotel einen steileren Abstieg hinunter ins Tal. Fahrräder werden gebeten, abzusteigen und zu schieben - eine sinnige Empfehlung auf diesem Schotterweg hinab.

Wir treffen nun wieder auf die Vils, die wir über zwei Brückchen queren. Danach kurz bergauf, dann haben wir den Waldrand erreicht und es öffnet sich ein wunderschöner Blick in ein weites Wiesental. Kälbchen grasen hier und im Hintergrund ist unser Ziel auszumachen: die Kabelehof Alpe.

Hier sind ganz viele Radfahrer unterwegs. Unsere Wanderkarte vermeldet den Bike Trail Tirol, der wohl von Pfronten kommend herüber zieht.

Wir freuen uns auf die Mittagsrast auf der kleinen, hübschen Alpe. Auch wenn wir die goldene Wandernadel schon haben, passt der Stempel noch in unseren Wanderpass.

Nein, auf dem gleichen Weg geht es nicht zurück. Ist ja ein Rundweg. Der bringt uns jetzt auf der anderen Uferseite erneut gut auf die Höhe. Da müssen sich auch die E-Bike-Fahrer mühen.

Im Aufstieg genießen wir auf einem prima Panoramaweg die weiten Ausblicke über die Wiesenhänge bis zu den hohen Gipfeln der Berge hinter Schattwald. Als wir oben eine Bank erreichen, ist gemeinschaftliche Wander- und Radlerrast angesagt, bis uns ein neugieriges Kälbchen ziemlich auf die Pelle rückt.

Über die Kuppe hinweg; jetzt geht es Richtung Schattwald nur noch bergab, das letzte Stück sonnig wieder direkt an der Vils entlang. Na, das war doch ein schöner, wenn auch fordernder Rundweg. Soviel zum Thema Erholungstag :-)

Mit Tälerbus gehts mit Zwischenstopp zur "Einkaufsrunde" in Tannheim zurück nach Grän.

Gräner Höhenweg

Vor einer Woche hatten wir schon einmal Anlauf genommen und sind mit Kabinenbahn zum Füssener Jöchle hoch, bis der Regen kam. Heute gibt es wieder Bergwetter und wir wagen einen zweiten Versuch. Es ist merklich kühler geworden, aber die Sonne scheint.

Im Aufstieg lassen wir heute den Gamskopf links liegen und steigen gleich auf schmalem Pfad hinauf bis zur Scharte, wo wir das letzte Mal nach Sichtung der Gämsen umgekehrt sind.

Klar halten wir auch heute nach den Gämsen Ausschau und können sie auf dem felsendurchsetzten Wiesenhang rechterhand entdecken. Und es sind noch mehr Tiere, als beim letzten Mal. Meine Schwester hat das Fernglas dabei und zählt 21 Tiere, die sich gut beobachten lassen. Herrlich!

Nun folgt ein längerer Zick-Zack-Abstieg und wir müssen gut auf unsere Füße achten. Prima Kraxelei durch ein weites Hochkar. Im Hintergrund ist auf einem Felsvorsprung die Bad Kissinger-Hütte vor dem mächtigen Aggenstein zu sehen.

Wenn wir dort hin wollen, müssen wir erst weit hinunter bis zur Sebenalm und dann auf schmalen Pfaden wieder gut hinauf.

Auch wenn uns der Weg gefällt, ist er nicht ohne. Die Kraxelei kostet Kraft. Bis zur Sebenalm sind wir ca. 2 Stunden unterwegs. Dort legen wir jetzt eine längere Pause ein und überlegen: hoch zur Hütte oder (vernünftigerweise) langer Abstieg ins Tal?

Die Zeitreserven sind zwar da, aber ob die Kraft nach dem Aufstieg zur Hütte noch reichen würde, unfallfrei ins Tal abzusteigen? Wir entscheiden uns heute für den Abstieg und haben damit alles richtig gemacht.

Bevor wir absteigen, blockiert eine Kuh unseren Weg. Wir müssen ausweichen, um vorbei zu kommen.

Dann beginnt auf schmalem Pfad der lange, kraxelige Abstieg ins Tal. Ja, mit der Kabinenbahn waren wir fix ganz oben. Da denkt man noch nicht daran, wie man vom Berg wieder runter kommt. Wer hat hier nur die vielen Steine auf den Weg gelegt?

Über der Bad Kissinger-Hütte kreist ein Hubschrauber der Bergrettung und nimmt mit Seilwinde einen Passagier an Bord.

Wir sind froh, weit unten endlich den breiten, bequemen Forstweg zu erreichen, der sich in weiten Kehren bergab schlängelt. Der Teufel reitet mich, von diesem abweichend die steile Abkürzung hinab zu steigen. Auf dem letzten Stück wird auf dem breiten Weg geblieben!

Nach insgesamt ca. 4 Stunden haben wir den Lumberger Grat umrundet und erreichen unseren Talort Grän.

Späte Mittagseinkehr. Das Bier zischt und die große Pizza wird problemlos vertilgt.

Das war heute eine herrliche, aber fordernde Bergtour. Die Tour zur Bad Kissinger-Hütte wird nicht weiter verfolgt. Morgen brauchen wir einen Erholungstag!

Wandern bei Oberjoch

Noch ist kein Bergwetter, aber es soll trocken bleiben. Wolken hängen über den Bergketten fest.

Wir hatten uns in Bad Hindelang mit Wanderflyern eingedeckt. Bis Oberjoch kommen wir mit dem Tannheimer Tälerbus. Mit Zwischenstopp in Tannheim, wo wir uns unsere goldene Wandernadel abholen, fahren wir also einmal durchs Tal bis kurz hinter die Grenze nach Deutschland.

In Oberjoch lockt eine Moor-Runde. Die startet am kleinen Moorbad. Zum Baden ist es heute jedoch zu kalt.

Danach folgen wir dem Rundweg, kommen aber kaum voran. Erst munden uns viele Blaubeeren, dann Himbeeren und Walderdbeeren. Na, das wird eine Naschrunde!

Kurze Bohlenwege leiten ins Moor, Schautafeln bieten Lesefutter. Sonnentau ist nicht zu entdecken. Dafür wunderschöne Exemplare der Stendelwurz (Orchidee).

Der Rundweg bringt uns zurück in den Ort. Den Zustieg zum nächsten Rundweg müssen wir etwas suchen. Unser Flyer verspricht eine sanfte Bergrunde mit tollen Ausblicken. Dafür steigen wir gut hinauf zur Gundhütte. So sanft ist das nicht! Aber der Blick hoch zu den Felswänden des Iseler gefällt. Und unsere Mittagseinkehr genießen wir mit herrlichem Blick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berghänge. Hier mag man sitzen bleiben.

Weiter hoch soll es heute nicht gehen. Unser Weg bleibt ungefähr auf dieser Höhe, quert mehrere Ski-Hänge und wird zum genialen Panoramaweg, der in weiten Kehren allmählich bergab leitet. Dabei reicht der Ausblick jetzt in Richtung Bad Hindelang/Sonthofen, zur kurvenreichen Bergstraße an der Kanzel und den Kletterfelsen dahinter. Bänke laden zur Rast und so können wir dieses schöne Panorama genießen.

Allmählich nähern wir uns der Unteren Ochsenalpe. Auf den Wiesenhängen leuchten Silberdisteln in der Sonne; noch gibt es viele knospige Exemplare, die mit ihren Spitzen aus der Wiese lunzen. Das wird heute eine leichte, aber wunderschöne Aussichtsrunde, auch wenn wir das letzte Stück Richtung Oberjoch wieder bergan steigen.

Wir bummeln durch den Ort, lunzen dort nochmal in die Touristinfo und schlumpern zum Busbahnhof. Der Bus lässt nicht lange auf sich warten. Zur Kaffeezeit sind wir zurück in Grän und lassen den Nachmittag in der Sonne auf Balkonien ausklingen.

Ausflug ins Lechtal

Bei diesem Wetter jagd man ja keinen Hund vor die Tür. Am Morgen sind keine Berge zu sehen und es schüttet aus vollen Kannen. Definitiv kein Ausflugswetter.

Wir grübeln, was wir machen. Gleiche Richtung wie gestern einschlagen? Habe ich keine Lust drauf.

Ich schaue mal, ob es im nahen Lechtal ein Naturerlebniszentrum oder was vergleichbares gibt, was Sonntag geöffnet hat und werde fündig. Also Lechtal!

Als der Regen etwas nachlässt starten wir. Richtung Nesselwängle, Weissenbach waren wir noch nicht unterwegs. Vom Tannheimer Tal geht es auf einer serpentinenreichen Straße gut bergab und hinein ins Lechtal.

Fix erreichen wir Elmen und schauen uns dort die interessante Ausstellung "Der letzte Wilde" über den Fluß Lech an. Wirklich sehr gut und informativ gemacht.

In einem Flyer entdecken wir eine Brücke mit einem weiteren Naturparkhaus und lassen uns den Weg dorthin zeigen, auch wenn die Klimmbrücke heute geschlossen ist. Sehenswert quert sie den Lech.

Und weil sich der Regen endlich verabschiedet, nehmen wir den Abstecher in den niedlichen Zauberwald noch mit. Das wird eine schöne Runde, die uns, Himbeeren naschend, direkt ans Wasser bringt. Aber nun haben wir Mittagshunger. In Elmen können wir uns stärken.

Und nun? Im nächsten Ort Häselgehr soll es den Doserwasserfall geben. Den Abzweig/einen Wegweiser können wir nicht entdecken. Vielleicht auf dem Rückweg?

Weiter hinten im Lechtal bei Holzgau gibt es über die Höhenbachtalschlucht eine Hängeseilbrücke. Da fahren wir jetzt hin.

Was für ein entspanntes Dahinrollen durch das weite, von hohen Bergen umgebene, wunderschöne Tal. Sonniger Fahrspaß pur.

Immer wieder durchqueren wir hübsche, kleine Orte und kommen natürlich auch mit Elbigenalp bei der Geierwally vorbei.

Dann erreichen wir Holzgau. Die Hängeseilbrücke ist hoch über dem Ort schon zu sehen. Aber da erwartet uns noch ein guter Aufstieg, nachdem wir das Auto am Höhenbach geparkt haben. Nur gut, dass es unterwegs Bänke zum Verpusten gibt.

Die Hängeseilbrücke überspannt ein echt tiefes Tal und ist mit 200 m länger als die in der Hohen Schrecke daheim. Und sie schaukelt mehr. Was für ein fantastisches Abenteuer! Klar probieren wir beide Richtungen aus. Und weil wir auf der anderen Seite absteigen wollen, geht es dreimal rüber :-) Wir bringen schöne Bilder mit.

Am späten Nachmittag treten wir die Rückfahrt an. Schade, den Wasserfall-Abzweig finden wir auch jetzt nicht. Der Weg zur Hängebrücke bei Forchach ist ebenfalls nirgends zu entdecken.

Trotzdem war es ein erlebnisreicher Ausflug ins Lechtal!

Bummeltour durchs Allgäu

Das Wetter überm Tannheimer Tal sieht heute früh gar nicht gut aus. Richtung Oberjoch ist es etwas heller.

Wir wollten sowieso einen Erholungstag einlegen, also schwingen wir uns ins Auto und starten in Richtung Allgäu.

Erster Stopp: Panoramaausblick am Kanzel-Kiosk hoch über Bad Hindelang. Von dort gibt es einen herrlichen Blick ins Tal, zum Klettersteig rechterhand und unter uns zur sich kurvenreich zeigenden Abfahrtstrecke vom Pass hinunter. Okay, da bin ich vorgewarnt, bevor wir abwärts starten. Was für eine prima Bergstraße!

In Bad Hindelang gibt es den nächsten ausgiebigen Halt. In der Touristinfo decken wir uns mit vielen Wanderflyern ein, bevor wir eine Bummelrunde durch den kleinen Ort drehen.

Sonthofen passieren wir ohne Stopp; schwups sind wir durch den Ort durchgeflutscht.

Nächster ausgiebiger Halt ist Oberstdorf. Die Skischanzen sind schon von weitem zu sehen. Der quirlige Urlaubsort lädt zum Bummel durch die Läden ein; kurzer Stopp in der Touristinfo. Wir holen uns nebenbei ein belegtes Brötchen auf die Hand und schlumpern durch die Fußgängerzone, über den kleinen Wochenmarkt bis zur Talstation der Nebelhornbahn. Erwischen uns da drei Angsttropfen? Es lohnt nicht, den Schirm aufzuspannen. Hinauf wollen wir nicht - der Preis macht schon aua. Und es ist eh' kein Bergwetter.

Mich reizt es, noch weiter hoch ins Kleinwalsertal zu fahren. Der Abzweig Richtung Riezlern/Mittelberg ist gut markiert. Wir lassen das trubelige Oberstdorf hinter uns.

Vor uns öffnet sich der Blick auf den gewaltigen Tafelberg Hoher Ifen. Na, dieser Abstecher hinauf Richtung Mittelberg hat sich gelohnt. Wir fahren erst weiter hoch ins Tal, vorbei an Riezlern. Den Abstecher zur Talstation der Ifen-Kabinenbahn heben wir uns für den Rückweg auf.

In Mittelberg gibt es den nächsten Stopp fast am Ende der Straße in dieses herrliche, von Bergen umgebene Hochtal. Nein, keine Auffahrt mit Sessellift. Wir gönnen uns eine Einkehr zu Kaffee und Kuchen.

Dann zurück bis Riezlern und links ab zum Ifen. Der Gipfel trohnt hoch über uns. Wir beobachten die aufsteigenden Gondeln der Kabinenbahn. Wer auf den Hohen Ifen will, muss mit einem guten Aufstieg rechnen, denn bis hoch fährt diese Bahn nicht.

Genug gesehen für heute. Nun fahren wir zurück ins Tannheimer Tal. Auf Balkonien stöbern wir in den vielen Prospekten und schmieden neue Wanderpläne.

Warum schmieden wir am Vorabend Pläne? Es war für heute Mistwetter angekündigt. Und was passiert? Wir starten mit traumhaften Bergwetter und dürfen neu planen. Aber das machen wir gern.

Zwei Aufstiegshilfen haben wir bereits genutzt. Fehlt noch der Sessellift zum Wannenjoch. Mit Tälerbus fahren wir nach Schattwald.

Als wir am Sessellift ankommen, steht der still. Da hat das gestrige Gewitter für einen Schaden gesorgt, der noch repariert werden muss.

Und nun? Wir können zu Fuß bergauf zur Stuiben(senn)alpe. Das sollte zu schaffen sein.

Ja, nun heißt es stetig durch den Wald gut hinauf. Neben unserem Weg fließt das Wasser von oben über viele Stufen. Bin ich schon wieder am Walderdbeeren naschen? Dabei nicht den Aufstieg vergessen! Nach ca. 1 Stunde haben wir die Baumgrenze erreicht und es öffnet sich der Blick auf die fantastische Bergwelt.

Oben ist unsere Alpe schon zu sehen. Dahinter der mächtige Bschießer (welch lustiger Name; unsere Balkonnachbarn berichteten von einer anstrengenden Besteigung).

Wir nehmen nochmal eine weit ausholende Schleife mit und steigen stetig zur Alpe hinauf. Die Sonne meint es gut mit uns. Auf der Stuibenalpe zischt das Bier. Einen weiteren Stempel dürfen wir in unseren Wanderpass drücken. Jetzt fehlt nur noch einer bis zur goldenen Wandernadel.

Im Aufstieg hatten wir hoch oben gesehen, dass der Sessellift wieder in Betrieb ist. Nun ergeben sich zwei Varianten: absteigen ins Tal oder hochsteigen zur Bergstation. Und was machen wir? Wir sind so verrückt, dass wir uns für den Aufstieg entscheiden.

Dazu gehen wir erst ein Stück Weg zurück, um dann über Stufen, später über Wiesenhänge (Skiabfahrtpiste) üppig bergauf zu kraxeln. Nur gut, dass es unterwegs Bänke zum Verschnaufen gibt. Von denen gelingt der Ausblick nun auf die unter uns immer kleiner werdende Alpe. Noch ein Zick-Zack über die Piste, nochmal steil über den Wiesenhang. Da haben wir uns heute echt was vorgenommen! Was für ein kräftezehrender Aufstieg.

Wir halten Ausschau nach dem Sessellift. Erst ist er über den Bäumen zu sehen, dann aber nicht mehr. Also weiter.

Fast oben kommt er wieder in Sichtweite. Fast geschafft. Jetzt mit weitem Blick übers Tannheimer Tal. Wow, was für eine tolle Aussicht!!!

Unsere späte Mittagsrast in der Stube 15.60 haben wir uns wirklich verdient. Stärkung tut gut.

Nebenbei holen wir unseren letzten Stempel, der uns noch an der goldenen Wandernadel fehlt.

Nein, ins Tal schweben wir noch nicht hinab. Wir schauen uns nach dem Schmugglersteig um. Der beginnt an der Bergstation und führt hinüber nach Deutschland, verbunden mit einem Spiel. Die Anleitung gibt es am Anfang des Weges. Die Spielzutaten holen wir uns an der Bergstation. Wissend, dass wir den kompletten Weg heute nicht schaffen, steigen wir spielend bis zur ersten Stempelstelle hinab, wo wir entsprechend unserer Spielrolle als Schmuggler und Zöllner den jeweiligen Stempel in unseren Spielpass drücken.

Dann steigen wir wieder hinauf und schweben mit dem Sessellift zurück ins Tal.

Der Bus lässt nicht lange auf sich warten. Im Quartier brauchen wir eine stärkende Kaffeepause. Der Balkon passt perfekt für die Erholung nach dieser anstrengenden Tour.

Morgen sollten wir eine kleine Erholungsrunde planen.

Danke fürs Daumen drücken. Es hat geholfen und uns heute herrlichstes Wanderwetter beschert.

So fahren wir am Morgen mit Bus nach Tannheim und mit der Neunerköpflebahn hinauf in die Berge. Noch sind wir etwas unentschlossen, wohin wir unsere Schritte lenken. Rundum hohe Gipfel und eine fantastische Aussicht.

Also sammeln wir in der Gundhütte erst mal den Stempel ein und starten dann auf den Erlebnisweg, der mit ca. 1,5 Stunden eine schöne Runde verspricht.

Am Erlebnisweg liegt der Gipfel Neunerköpfle (1862 m), den wir natürlich erklimmen. Die Bergwelt rundum und die weiten Ausblicke ins Tal sind echt zum Genießen. Da haben wir uns ja eine geniale Panoramatour ausgewählt! Nebenbei diverse Erlebnisstationen, wie z.B. Kuhglockenharmonium oder Riesengipfelbuch. So macht das Wandern Spaß!

Wir haben ca. die Hälfte des Rundweges absolviert, da öffnet sich der Tiefblick ins Strindenbachtal. Unsere Augen folgen einem breiten Panoramaweg, der erst den ganzen Hang unter den hohen Berggipfeln passiert und sich dann über weite Serpentinen ins Tal zieht, wobei er vorbei an der Strindenalpe und der Edenbachalm, die schon zu erblicken sind, hinunter bis zum Haldensee leitet.

Jetzt zücken wir Wanderbuch und Wanderkarte. Im Buch ist die Tour nicht drin, auf unserer Karte aber prima auszumachen. Jetzt ist klar: das wird heute unsere Tour! Wetter passt, wir verlassen den Erlebnisweg und steigen auf neuer Route bergab.

Der Weg ist perfekt zum Wandern. Klar geht es stetig hinab, gelegentlich queren wir Wasseläufe und alles mit Blick auf die hohen Berge rundum bei herrlichstem Sonnenschein. Auf weiten Hängen bezaubern uns die Alpenblumen. Im Hintergrund läuft eine Herde Kuh an Kuh den Berghang entlang.

An der Strindenalpe legen wir gegen 11 Uhr eine Wanderrast ein. Auch hier können wir einen Stempel in unseren Wanderpass drücken. Mittagsrast planen wir an der Edenbachalm, die wir nach weiten Zick-Zack-Bögen und Querung der gleichen Wasserläufe, die wir oben schon mal hatten, gegen 13 Uhr erreichen. Jetzt tut eine Stärkung gut. Klar, auch hier gibt es wieder einen Wanderstempel.

Das letzte Stück bis zum Haldensee schaffen wir locker! Gegen 15 Uhr sind wir dort.

Nach dieser Tour haben wir uns die Erfrischung im See verdient. Ist doch gut, wenn man am Morgen die Badesachen in den Rucksack packt. Es ist einfach herrlich, nach einer Wanderung ausgiebig im kalten Wasser (heute 21 Grad) zu schwimmen. Erst spät laufen wir zurück nach Grän.

Haben wir Glück? Na klar, denn jetzt ( ca. 20.30 Uhr) ist das Gewitter da, kann uns aber nicht mehr ärgern!

Bereits zu Hause hatte ich gecheckt, ob wir Tickets für Schloss Neuschwanstein ergattern können. Die einzigen online-verfügbaren Tickets gab es für heute Nachmittag, also habe ich fix zugeschlagen. Damit war klar, was wir heute machen.

Allerdings mussten wir zittern, denn die ganze Nacht hat es gewittert und heute früh wollte der Regen noch nicht aufhören. Spät starten wir also in den Tag, kommen aber mit letzten Regentropfen am Walderlebniszentrum in Füssen an. Den dortigen Baumkronenpfad begehen wir nicht, denn der könnte rutschig sein. Dafür besuchen wir die interessante Ausstellung "Mein Wald" und folgen anschließend dem Auwaldpfad zum Lech. Dieser Pfad ist prima präpariert für Familien mit Kindern und auch wir schauen, was den Wassertropfen so alles passiert.

Den Lechfall habe ich vor vielen Jahren schon einmal besucht. Da führte der Fluß wesentlich mehr Wasser und rauschte zwischen den Felsen hindurch. Ganz anders heute. Als wir ankommen, quert das Wasser noch die Stufen. Wenige Minuten später ist Ebbe und die Stufen sind trocken. Träge fließt das Wasser an den Felsen vorbei.

Dass dieser Fluß auch anders kann, haben wir kurz zuvor im Auwald an den Hochwassermarkierungen gesehen.

Wir drehen weiter unsere Runde auf dem Auwaldpfad und kommen vorbei an verschiedenen Erlebnisstationen zurück zum Ausgangspunkt. Dieses Walderlebniszentrum gefällt!

Bevor wir weiterfahren, legen wir am Waldimbiss Mittagspause ein.

Am Nachmittag folgt der Besuch vom Schloss Neuschwanstein. Dass uns dort ein Trubel erwartet, war schon klar. Erst auf dem zweiten Parkplatz finden wir eine Ritze fürs Auto.

Dann laufen wir bei herrlichstem Sonnenschein durch den schattigen Wald hinauf zum Schloss. Die angekündigten 45 Minuten für den Aufstieg sind für uns großzügig bemessen. So haben wir Zeit, durch die Souvenirläden zu bummeln. Trotzdem sind wir zu zeitig oben. Also suchen wir uns im Schlosshof einen Schattenplatz und warten dort den Aufruf unserer Tour ab.

Alles läuft wie am Schnürchen: Einlass mit Ticketkontrolle, Ausgabe der Audioguides und schon sind wir drin. Und dieses Schloss ist wirklich sehenswert. Wir lassen uns durch die herrlich ausgestatteten Räume führen und bewundern die prächtigen Säle des Märchenkönigs. Dass dieser bei der thüringer Wartburg gekupfert hat, war uns nicht bewusst.

Wir schauen uns noch die perfekt aufbereitete Multimedia-Dokumentation an, dann werfen wir vom Balkon einen Blick zur Marienbrücke tief unter uns. Aua, jetzt ist der Regen wieder da.

Wie gut, dass wir im Andenkenladen des Schlosses ein paar Regenponchos kaufen können: Erinnerung mitgenommen und Rückweg gesichert :-)

Der Regen hat etwas nachgelassen, als wir den Weg zur Marienbrücke einschlagen. Ja, auch am späten Nachmittag ist die noch gut besucht.

Im Abstieg flüchten wir vor dem nun wieder starken Regen. Okay, bei Kaffee und Kuchen warten wir, bis der Regen nachlässt.

Auf dem Weg zum Alpsee werden wir dann doch nochmal nass. Na gut - zurück zum Auto und Heimfahrt angetreten.

Jetzt drückt uns bitte ganz, ganz fest die Daumen, dass sich der Regen fix aus dem Tannheimer Tal verzieht.

Unsere Wetter-Apps melden übereinstimmend Regen nach 17 Uhr. Also entscheiden wir heute: hinauf mit Kabinenbahn zum Füssener Jöchle und Start unserer ersten Bergtour.

Aber der Wettergott hatte andere Pläne. Kaum lenken wir unsere Schritte von der Sonnenalm hinauf Richtung Gamskopf, da wird es dunkel, uns treffen erste Tropfen und im Hintergrund ist Gewittergrummeln zu hören. Also machen wir erst mal kehrt.

Die Entscheidung war richtig, denn kaum haben wir die Berggaststätte erreicht, ist das Gewitter voll da. Es schüttet aus Kannen. Also Einkehr zu Milchkaffee. So richtig wollen wir nicht glauben, dass es nach 12 Uhr Wanderwetter geben soll. Auch die Bergbahn stellt ihren Betrieb ein.

Jetzt heißt es erst mal abwarten. Etliche Wanderer kommen pitschnass an. Wir haben nochmal die Kurve gekriegt. Keine Berge sind zu sehen.

Als es langsam wieder aufklart, entscheiden wir uns heute für ein zeitiges Mittagessen.

Mit letzten Regentropfen erreichen wir danach den großen Wanderhut und dahinter den Gamskopf (1890 m), müssen aber fix nochmal Schutz unterm Dach des Sessellifts suchen, der außer Betrieb ist. Vom ursprünglichen Wanderplan haben wir uns längst verabschiedet.

Ohne Regen laufen wir noch ein Stück Richtung Bad Kissinger Hütte, aber am Sattel ist der Boden zu aufgeweicht und rutschig. So bleibt nur der Blick auf unser ursprüngliches Wanderziel. Dabei entdecken wir mehrere Gämsen auf den weiten Wiesenhängen.

Vorsichtig gehts zurück, jetzt schon mit Sonnenschein. Hinter der Sonnenalm ragen die hohen Gipfel auf. Wir denken uns, den Bergsattel links der Läuferspitze sollten wir schaffen und vielleicht einen Blick ins dahinter liegende Tal erwischen. Also wandern wir auf schmalem Pfad bergauf.

Was für eine herrliche Bergwelt! Zwar ist der Blick vom Sattel ins Tal versperrt, aber es gibt einen schmalen Pfad, der hinter der Läuferspitze panoramamäßig entlang des Hochkars in Richtung Schartschrofen zieht. Und was machen wir? Klar, wir steigen weiter hoch. Das wird eine fantastische Bergtour. Mehrfach überlegen wir zu wenden, laufen dann aber doch weiter. Noch ein Stück und noch ein Stück, bis wir am Sattel zwischen Läuferspitze und Schartschrofen ankommen. Die Läuferspitze ist nichts für uns / von oben kommen Kletterer abgestiegen. Der Schartschrofen ragt vor uns auf; ein Wegweiser meldet den Aufstieg mit 20 Minuten. Für uns soll es heute genug sein.

Wir machen Rast und genießen die Aussicht. Dabei entdecken wir unter uns zwei Gämsen, nein drei. Am Ende zählen wir 5 Tiere.

Der Rückweg liegt noch vor uns. Langsam steigen wir hinab. Die Sonne verwöhnt uns. Was für eine herrliche Bergtour!

Auf dem letzten Stück nehmen wir uns Zeit und knipsen Bilder von Alpenrosen und Eisenhut. Es zeigt sich eine wunderbare Vielfalt von Hochgebirgspflanzen.

An der Bergstation bläst ein kräftiger Wind. Mit der Kabinenbahn schweben wir erst schaukelnd, dann ganz sanft hinab ins Tal.

Unten im Tal wärmt schon wieder die Sonne.

Uns erwartet wieder ein sonniger Tag. Warum also nicht eine Tour planen, bei der wir uns unterwegs erfrischen können?!

Ein Flyer und unser Wanderbuch lotsen uns zum Vilsalpsee. Per Talbus fahren wir nach Tannheim. Vom Kreisverkehr haben wir verschiedene Möglichkeiten zum ca. 4 km entfernten See zu kommen: zu Fuß, per Bähnle oder mit Pendelbus. Da wir den See umrunden und den Rundweg zum Wasserfall machen wollen, entscheiden wir uns für den Pendelbus. Hier gilt allerdings unsere Gästekarte nicht, aber der Preis ist okay und so sind wir fix am Vilsalpsee.

Der umfängt uns am frühen Vormittag mit einer himmlischen Ruhe. Da dieser See das Highlight des Tannheimer Tales ist, hatte ich mit Trubel gerechnet. So können wir unseren Weg in Richtung Vilsalpe genießen und schauen, ob Bilder gelingen, wo sich die hohen Berge fantastisch im glasklaren Wasser spiegeln. Wir beobachten Rallenfamilien und Haubentaucher; später Pferde, die sich unter Bäumen einen Schattenplatz suchen (und am Nachmittag im See baden).

Als wir die Vilsalpe erreichen, wird uns klar, warum heute nicht so viel los ist: geschlossen wegen Ruhetag. Na, das hätten wir vorher prüfen können.

Wir machen schattige Rast und zücken unsere Trinkflaschen. Einen Stempel für unseren Wanderpass, den wir inzwischen haben, finden wir nicht. Also knipsen wir "Beweisfotos".

Dann nehmen wir den Wasserfall-Rundweg in Angriff. Jetzt steigen wir Richtung Talschluss gut hinauf. Herrliche Kulisse der hohen Gipfel rundum!

Das letzte Stück Weges, der Wasserfall zeigt sich gelegentlich schon und wir hören sein Rauschen, wird zur Kraxelei. Unten ist das Wasser zwischen Steinen versickert, oben plätschert es über große Steine.  Ganz ran wagen wir uns nicht, denn der Aufstieg wird zunehmend unwegsam. Die kühle Rast auf den großen Steinen tut gut, wird aber durch fiese Bremsen gestört.

Unser Rückweg beschreibt einen schönen Bogen durch das blütenreiche Hochtal. Glockenblumen, blauer Eisenhut, Orchideen und sogar Türkenbundlilien säumen den Weg. Die Sonne brennt. Wir sind froh, als wir den schattigen Wald erreichen, zumal wir jetzt Walderdbeeren naschen können.

An der Vilsalpe laufen wir nun vorbei und nehmen den Rückweg entlang des Vilsalpsees auf der anderen Uferseite. Schatten fehlt und wir hoffen nach jeder Biegung bald die Gaststätte am Anfang des Sees zu erreichen.

Wir finden ein schattiges Terrassenplätzchen, aber auch unter den Sonnenschirmen ist es warm. Nur gut, dass wir uns hier ein Mittagessen mit leckeren Spinatknödeln und einem kühlen Bier munden lassen können.

Dann steuern wir einen Schattenplatz am Ufer an. Kurze Verdauungspause, dann gehts hinein ins sehr, sehr kalte Wasser des Sees. Klar kostet das Überwindung, aber an so einem warmen Tag tut diese Erfrischung echt gut.

Erholt entschließen wir uns, den Rückweg nach Tannheim zu Fuß anzutreten. Das räumt die Möglichkeit ein, kurz vor Tannheim den kleinen Abstecher zur Loudres-Grotte noch mitzunehmen. Der Aufstieg auf dem Kreuzweg fordert den Einsatz letzter Kraftreserven. Wir besuchen die kleine, hübsche Kapelle und entdecken im Abstieg die Grotte. Eine Kelle zum Wasser schöpfen hängt am Gitter - die nutzen wir, um uns mit dem kühlen Nass zu erfrischen.

Dann durchqueren wir Tannheim, statten der Touristinfo einen Besuch ab und es dauert nicht lange, bis unser Bus kommt, der uns zurück nach Grän bringt. Jetzt ist Erholung angesagt.

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