Februar 2017-Archiv

Levada do Castelejo

Diese Wanderinsel ist fantastisch. Gestern Regen an der Nordostküste, heute Start in der gleichen Region mit Sonnenschein. Für den (fast) letzten Urlaubstag habe ich eine Halbtagstour gebucht.

Unsere kleine Gruppe besteht heute nur aus Deutschen. Wir sind wieder mit Oscar unterwegs. Später merke ich, dass mein gestriger Wanderführer Duarte Silva eine zweite Gruppe begleitet, was durchaus sinnvoll ist, weil so die Gruppe nicht so groß wird und es sprachliche Vorteile bringt.

Die heutige Levada-Tour ist mehr ein Panorama-Spaziergang. Wir folgen der Levada "bergauf" mit Blick auf den Adlerfelsen (Penha de Aguia) durch ein weites Tal, immer oberhalb der Terrassenfelder entlang. Die Jacke verschwindet im Rucksack und ich hole die Sonnenbrille raus.

Gelegentlich passieren wir kleine Wasserfälle, die das Wasser aus den umliegenden Bergen bringen. Ein kurzer Tunnel folgt; so kurz, dass keine Taschenlampe nötig ist. Akazienbäume blühen, wir beobachten Frösche in der Levada, sehen Bienenstöcke am Berghang, später ein paar Schafe mit ihren Jungtieren. Der Blick zurück zeigt uns, wo wir losgegangen sind. Markanter Blickfang bleibt heute der gewaltige Adlerfelsen, dem wir allmählich näher kommen.

Zuletzt erreichen wir das kleine Dorf Cruz, wo eine Frau uns an der Straße für wenig Geld leckere Madeira-Bananen und Cherimoya verkauft. Hmmm, lecker!

In Cruz kehren wir in der kleinen Bar Adega da Cruz ein und lassen uns den guten Kaffee und den prima Kuchen schmecken, bevor es zurück nach Funchal geht.

Nun bin ich gerade von meiner nachmittäglichen Bummelrunde zurück. Langsam heißt es Koffer packen, denn morgen geht's nach Hause. Da der Flieger aber erst abends startet, habe ich noch einen guten halben Tag gewonnen. Melde mich, wenn ich wieder daheim bin. Dann gibt's auch Bilder.

Alternativtour: Levada do Norte

Die Karneval-Parade am Hafen von Funchal war wieder echt sehenswert. Viel bunter Federschmuck, Musik und Tanz, eine tolle Stimmung!

Bin heute mit Sonnenschein aber gut aus dem Bett gekommen, denn ich wollte ja auf Levada-Tour. Die sollte eigentlich über Canical führen. In Santa Cruz hing ein riesiger, bunter Regenbogen über den Bergen. In Machico begann der Nieselregen und als wir eine schmale, kurvige Bergstraße hinauf fahren, wird der Regen schlimmer.

Tja, das wird heute nichts mit Nordküste.

Wohl dem, der einen guten Wanderführer wie Duarte Silva dabei hat, denn sofort gibt's eine Alternative.

Nur eine Frau mag zurück nach Funchal, der Rest der kleinen Gruppe, die heute aus Engländern, einem Finnen, einem Norweger, einer Equadorianerin und mir Deutschen besteht, will wandern. Also geht's erstmal zurück nach Funchal und dann weiter an die Südküste. Auch wenn die Wolken heute tief hängen, hoffen wir auf eine trockene Tour. Die Schilder weisen zum Cabo Girao, wir biegen aber nördlich ab. Dort beginnt unsere Levada-Tour an einer Straße.

Hier war ich doch schon einmal. Nur dass ich diese Wanderung hoch über der Südküste in die andere Richtung unternommen habe. Aha, das ist also die Levada do Norte. Und weil ich diesmal von "unten" nach "oben" laufe, habe ich mit der Wiederholung überhaupt kein Problem. Unterwegs gibt es wieder Madeiras Pflanzenvielfalt. Einiges habe ich mir schon gemerkt. So kann ich erstaunlich gut den englischen Erläuterungen des Wanderführers, der nur wenig deutsch spricht, folgen. Wir haben kühles, aber trockenes Wanderwetter und können die Ausblicke auf die Südküste genießen. Die Levada schlängelt sich am Berg entlang und nimmt jede Einbuchtung mit. Da wir spät gestartet sind, machen wir erst einmal Strecke und dann erst gegen 13 Uhr Mittagsrast, wobei der Blick auf die Küstenlinie dazu einlädt, die Augen schweifen zu lassen.

Wir sind offensichtlich die Einzigen, die diese Richtung gewählt haben, denn die meisten Gruppen kommen uns entgegen. Es wird eine schöne Wanderung. Erst ziemlich am Schluss kommen uns die Wolken näher. Sie bringen aber nur einen ganz leichten Niesel mit sich.

Gegen 15.30 Uhr haben wir das Ende für heute erreicht: die Bar Pinheiro, die leider geschlossen hat. Den Kaffee zum Abschluss bekommen wir aber auf der Heimfahrt in einem winzigen Lokal hoch über der Küste.

Jetzt drücke ich ganz fest die Daumen, dass ich morgen nochmal gutes Wanderwetter erwische.

Erholungstag in Funchal

Aua, habe ich heute aber einen mächtigen Muskelkater! Die gestrige Bergtour möchte ich trotzdem nicht missen. Ich habe ja vorsorglich für heute einen Erholungstag vorgesehen.

Der Tag beginnt wieder mit herrlichstem Sonnenschein. Heute will ich mir den Mercado dos Lavradores, die große Markthalle von Funchal, ansehen. Die Knipse stecke ich erst gar nicht in den Rucksack. Dieser Markt ist echt sehenswert. Am Eingang sitzen gleich die Blumenfrauen. Madeiras Blumenvielfalt ist ja berühmt. Mich faszinieren immer wieder die großen Protea-Blüten, die es auch hier zu sehen gibt. Was die Natur auf Madeira noch so zu bieten hat zeigt das riesige, bunte Angebot des Obst- und Gemüsemarktes, der das gesamte Erdgeschoss einnimmt. Ich lasse mich von Stand zu Stand treiben und knipse viele Bilder.

Dann schaue ich in die untere Etage, wo sich der Fischmarkt befindet. Den schwarzen Degenfisch aus der Tiefsee finde ich hier, der auf keiner Speisekarte Madeiras fehlen darf. Das Fischangebot ist üppig. Keine Ahnung, was das alles für Fische sind.

Zuletzt besuche ich die oberste Etage. Von dort hat man einen guten Blick hinunter auf das bunte Marktgetümmel. An einem Stand lasse ich mich dann doch zum probieren verlocken, als mir ein Stück Cherimoya angeboten wird. Diesen Zuckerapfel kenne ich noch von meinem letzten Madeira-Urlaub. Dann bekomme ich ein Löffelchen in die Hand und ich darf mich nacheinander durch 8 verschiedene Sorten Maracuja kosten: Bananenmaracuja, Pfirsichmaracuja, Ananasmaracuja, Kirschmaracuja, ... den Rest habe ich mir nicht mehr gemerkt. Alles sehr, sehr lecker, nur die Kirschmaracuja war mir zu süß. Ich werde, obwohl ich hier nichts kaufen will, mit allen Informationen eingedeckt, die ich zum Kaufen bräuchte: woran erkenne ich reife Früchte, wie lange sind sie lagerbar, wie komme ich an den süßen Inhalt heran, wie transportiere ich sie am besten nach Hause. Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich den leckeren Geschmack auf der Zunge.

Etwas habe ich im Markt aber doch noch gekauft: Honig für zu Hause.

Den weiteren Vormittag nutze ich für eine ausgiebige Schlumperrunde durch Funchal. Nur Treppensteigen tut heute weh.

Nachdem ich meine Einkäufe ins Hotel gebracht habe, will ich in der Altstadt eine Kleinigkeit zu Mittag essen. Was immer schmeckt: Tages-oder Gemüsesuppe und Madeira-Brot mit Knoblauch (Bolo do Caco) dazu. Da könnte ich mich glatt dran gewöhnen.

Eigentlich wollte ich am Nachmittag mit der Seilbahn zum Monte hoch. Aber die Sonne hat sich verkrümelt und über den Bergen hängen die Wolken fest. Da habe ich gestern absolutes Glück gehabt.

Rund um die Seilbahn ist heute Trödelmarkt. Also gehe ich weiter Schlumpern. Sonst war ich bisher nur abends in der Altstadt, warum heute nicht mal im Hellen. Es macht Spaß durch die verwinkelten Altstadt-Gassen zu stromern. Viele Türen sind liebevoll bemalt, selbst Parkautomaten bleiben nicht verschont. Und wieder knipse ich viele Bilder, bevor ich gemütlich ins Hotel zurückkehre.

Weil ich heute Abend noch zum Karneval-Umzug will, gönne ich mir ein spätes Mittagsschläfchen. Der Abend wird bestimmt lang und morgen will ich wieder wandern.

Sonnenschein am Morgen, aber bedeckter Himmel. Ich drücke ganz fest die Daumen für schönes Bergwetter, denn heute will ich in die Inselmitte.

Während der Fahrt hinauf reißt die Wolkendecke auf. Weiter oben queren Wolkenfetzen die Straße. Aber Oscar, mit dem ich wieder unterwegs bin, verspricht gutes Wanderwetter. Unter den Wolken entdecken wir kurz Funchal. Da sind wir schon fast oben. Als wir den Minibus verlassen bläst ein kühler Wind, aber die Sonne scheint. Ein kurzer Aufstieg und der Pico Arieiro (1818 m) ist geschafft. Wow, was für eine gewaltige Bergkulisse ringsum!!! Bilder, Bilder, Bilder!!! Folgen später - freut euch drauf.

In dieser gewaltigen, wild zerklüfteten Felsenwelt unterwegs zu sein ist einfach nur genial. Der auf einem Bergrücken verlaufende Pfad ist gut zu gehen. Die Augen können sich gar nicht satt sehen. Eine Aussichtskanzel lockt erneut, viele Bilder zu knipsen. Der weitere Weg geht mal hoch, mal runter, gewaltige Berge rundum. Dann kommt der erste Tunnel, aber wir haben ja Taschenlampen dabei. Es geht zunächst gut hinunter, dann folgt der Weg meist der Bergflanke, wobei weitere Tunnel zu durchqueren sind. Hinter jedem Tunnel ein neuer, veränderter Blick auf diese wunderbare Bergwelt. Auch wenn man immer gut auf den Weg achten muss, so macht diese Tour riesigen Spaß! Einfach ist sie definitiv nicht.

Bis jetzt ging es eben oder bergab - ich ahne, dass wir zum nächsten Gipfel gut hoch steigen müssen. Oscar macht auf geraden Stücken Tempo. Bis jetzt laufen wir meist im Schatten. Die Jacken sind längst im Rucksack verstaut. Die Sonnenbrille sollte ich besser vor dem Tunnel absetzen :-)

Bald sehe ich, dass es Sinn macht, zügig auszuschreiten, denn die Aufstiegsroute rückt zunehmend in die Sonne. Und damit wird es wärmer. Ist echt gut, wenn ich mit Bergführer unterwegs bin.

Der Aufstieg bis zum Sattel hat es in sich: steile Leitern, steile Stufen. Das zehrt an den Kräften!!!

Im Sattel tut eine Trinkpause gut. Dann geht's zwar weiter gut bergan, aber das steilste Stück ist geschafft. Der Gipfelanstieg zieht sich in die Länge. Es geht vorbei an vielen knorrigen Bäumen. Ich liebe Serpentinen in den Bergen! Noch ein letztes Stück bis zur Weggabelung mit dem Schild, an dem sich unsere kleine Gruppe sammelt.

Nun steht uns frei: noch 500 m hinauf zum Gipfel oder hier pausieren. Ich gebe ja ehrlich zu, dass ich schon ganz schön Kraft gelassen habe, aber der Gipfel reizt. Also mobilisiere ich die letzten Reserven und klettere weiter hinauf. Ist das ein Gipfelerlebnis, wenn man dann oben auf dem Pico Ruivo (1862m) steht und ohne Wolken den Blick auf die Nordküste genießen kann. Bis zur Ponta Sao Lourenco kann ich schauen und auch die vorgelagerten Inseln sind heute klar zu sehen. Der Blick Richtung Inselmitte verschwindet in einem faszinierenden Wolkenmeer. Ich mache jetzt Gipfelrast, beobachte die winzigen Buchfinken und lasse den Blick schweifen. Dann heißt es wieder zurück bis zu Weggabelung steigen. Im weiteren Abstieg wählen wir eine andere Route. Es geht auf einem herrlichen Panoramaweg hinab zur Achada do Teixeira, wo sich auf 1580 m ein Parkplatz befindet. Dort erwartet uns der Minibus.

War das eine wunderbare, gewaltige Bergtour!!! Das Wetter hat prima mitgespielt.

Wir fahren nun auf einer schmalen, kurvenreichen Bergstraße hinunter nach Santana. Dort schmeckt mir heute der Kaffee nochmal so gut.

Die Rückfahrt führt wieder durch den langen Tunnel, den ich jetzt schon kenne.

Im Hotel war bei einer erfrischenden Dusche erstmal Erholung angesagt. Mein leckeres Abendbrot, zu dem ich nachher noch aufbreche, habe ich mir heute wirklich verdient.

Mit Bus rund um Funchal

Seit dem Morgen scheint die Sonne. Mich erwartet ein warmer Tag. Nach der gestrigen Levada-Wanderung will ich einen Erholungstag einlegen. Warum nicht faul mit dem Bus rumkutschen?

Habe mir gestern in der Tourist-Info den Flyer vom roten Sightseeing-Bus mitgenommen und festgestellt, der dreht eine große Runde. Wie ich es von Palma de Mallorca kenne, gibt's auch hier HopOn/HopOff, das heißt, wo es was Interessantes zu entdecken gibt, steigt man aus. Alle 20 Minuten kommt der nächste Bus, wo man einfach sein Ticket vorzeigt und weiter mitfährt. Per Kopfhörer gibt's Informationen.

Ich starte also um 10 Uhr an der Tourist-Info. Es geht erst ein Stück durch die Innenstadt, vorbei am Park Santa Catarina und dann gut bergauf. Ehe ich mich an der Kirche Igreja de S. Martinho zum Aussteigen aufrappel, sind wir an der Haltestelle vorbei geflutscht. Okay, dann eben auf dem Rückweg. Denn der Bus fährt nun hinauf zum Aussichtspunkt Pico dos Barcelos. Dort bin ich fast die Einzige, die aussteigt. Die Leute ahnen nicht, was sie verpassen.

Dieser Aussichtspunkt ist echt genial. Es liegt einem Funchal zu Füßen. Außerdem blickt man auf die umliegenden Berge. Auch die Kapelle auf dem Monte ist auszumachen. Und die Sicht ist heute Vormittag so gut, dass ich sogar die hohen Gipfel der Inselmitte klar sehen kann. Meine Knipse hat gut zu tun, alle Eindrücke festzuhalten. Den nächsten Bus lasse ich wegfahren - ich brauche Zeit zum Sehen und Genießen.

Bevor ich mit dem darauf folgenden Bus wieder runter fahre, sage ich dem Fahrer, dass ich an der Kirche aussteigen will. Allerdings fährt der Bus nicht wie auf dem Flyer eingezeichnet nochmal an der Kirche ran. Aber der Fahrer ist nett und lässt mich, bevor er abbiegt, in der Nähe der Kirche raus. Prima!
So kann ich mir die Kirche und den interessanten Friedhof nebenan anschauen. Der kleine Park ist leider geschlossen.

Der nächste Bus nimmt mich nochmal mit hinauf zum Pico, aber das ist mir egal.

Danach folge ich weiter der Runde, vorbei an vielen Bananen-Terrassen in Richtung Camara de Lobos. Dieses Fischerdorf kenne ich doch: hier sind wir vor drei Jahren nach der Levada-Wanderung zum Cabo Girao auf einen Poncha eingekehrt. Damals war ich nach der Wanderung k.O. und habe nur noch gemütlich am Hafen gesessen. Heute habe ich alle Zeit der Welt. Ich suche mir am kleinen, feinen Hafen einen Terrassenplatz mit Meerblick und genieße ein leckeres Mittagessen. Danach dümpel ich genüsslich durch's Städtchen. Hinterm Hafen führen Stufen hinauf in Richtung Kap Cabo Girao. Ich hoffe, einen guten Fotoplatz mit Blick aufs Kap zu finden. Und ich habe Glück. Der Tiefblick von der gläsernen Plattform damals war schon gewaltig. Aber der Blick von unten hinauf ist nicht weniger spektakulär. Im Bus kam die Info, dass dieses Kap das zweithöchste der Welt sein soll.

Diese Rundtour gefällt mir. Bei meiner heutigen Bummelei ist sie definitiv nicht schon nach 1,5 Stunden vorbei.

Jetzt geht die Route oberhalb der Küstenlinie zurück in Richtung Funchal. Im Hotelviertel steige ich nochmal aus. Ich überzeuge mich, dass ich mit meinem kleinen Altstadthotel alles richtig gemacht habe. In den Bettenburgen sonnen sich die Älteren Herrschaften an den Pools. Ich laufe runter zur Steilküste, die hier durchaus sehenswert ist. Ein Eis auf einer kleinen Terrasse hoch über dem Meer schmeckt mir. Gleich nebenan ist das Schwimmbad Lido.

Dann steige ich wieder in den Bus, der mich am Hafen vorbei, ein Stück durch die Altstadt bis zur Seilbahn und durch die Innenstadt bis an den Ausgangspunkt meiner Runde bringt. Aussteigen? Nein. Ich fahre noch ein Stück mit bis zum Park Santa Catarina. Gemütlich lasse ich den Tag bei einem kleinen Parkspaziergang ausklingen. Durch die Innenstadt, wo die ersten Trupps Faschingsjecken Stimmung machen, ist es nicht weit bis zu meinem Hotel.

Da sage nochmal jemand, Sightseeing-Tour ist langweilig.

Was für ein schöner Morgen: die Sonne scheint und ich habe ideales Wanderwetter. Das Frühstück in meinem kleinen Hotel ist einfach, aber der Kaffee ist gut.

Ich muss auch nicht lange warten, schon kommt mein Wanderbus. Eine bunte Mischung gibt es heute: Engländer, Franzosen, Holländer, Deutsche und Wanderführer Oscar von Madeira, der uns mit seinem lebhaften Sprachenmix unterwegs prima begleitet.

Aber erst bringt uns Patricia an die Nordküste. Es geht vorbei an Machico durch viele Tunnel (der längste ist 3168 m lang) gut hinauf in die Berge. Hier möchte ich nicht unbedingt selbst fahren, denn die Bergstrassen sind eng und kurvenreich. Die Ausblicke auf Adlerfelsen und tief unter uns liegende Küstenlinie genial.

Es geht vorbei an Santana hinauf nach Sao Jorge, wo unsere Levada beginnt.

Mein Tourenbuch schreibt: "Die teilweise abenteuerlich anmutende Levada verläuft auf großen Abschnitten in der senkrechten Felswand. Sie ist aber einigermaßen gut gesichert und ermöglicht es dem Wanderer relativ einfach, in ein ansonsten unzugängliches, wirklich malerisches Tal zu gelangen."
Das kann ich nur bestätigen.

Es geht kaum merklich bergauf immer an der Levada entlang. Wir lassen uns von Oscar die Pflanzenvielfalt erklären. Im Aufstieg gibt's Ausblicke auf die grünen Berge; die Gipfel sind leider wolkenverhangen. Unterwegs sehen wir die winzigen Madeira-Goldhähnchen in den Zweigen über uns. Wir entdecken Höhlen und passieren einen kurzen Tunnel. Später stürzt von oben ein Wasserfall herab, hinter dem wir flink hindurch huschen, um keine Dusche abzukriegen.

Dann erreichen wir den Fluss Ribeiro Bonito, dem wir in ein enges Tal folgen, bis der Endpunkt unserer Tour erreicht ist. Hier legen wir nach gut zwei Stunden eine ausgiebige Rast ein. Zwei winzige Buchfinken beobachten uns und nehmen die zugeworfenen Krümel gern an. Dann geht es für uns auf dem gleichen Weg zurück, was aufgrund der herrlichen Landschaft nicht langweilig wird. Für den Rückweg brauchen wir allerdings merklich weniger Zeit.

Im Anschluss an die Tour bringt uns Patricia mit dem Minibus zu einem kleinen Café mit Bergblick. Ja, so gefällt mir Madeira!

Gegen 16 Uhr bin ich zurück in Funchal. Da bleibt noch Zeit für einen kleinen Abstecher ins Zentrum. Da ich nun doch meine Füße spüre, geht's zur Erholungspause ins Hotel - Zeit zum Karten-Schreiben an die Lieben daheim.

Erst zum Abendessen mache ich mich wieder auf die Socken. In der Altstadt liegt ein nettes Lokal neben dem anderen. Da fällt die Wahl schwer. Heute hat der Bacalhau/Stockfisch gewonnen. Hmmmm, lecker!

Landung auf Madeira

Mir kann es richtig gut gehen: habe zum Abendbrot gerade einen leckeren Degenfisch mit gegrillter Banane vertilgt. Echt lecker!

Aber der Reihe nach. Bin heute Mittag gut in Erfurt gestartet. Der Flieger war nicht ganz voll und so habe ich problemlos einen Fensterplatz bekommen. Beim Start gab es noch Blick auf Erfurt, aber schnell waren wir über den Wolken. So konnten wir die Flugroute über Frankfurt, Paris bis zum Golf von Biskaya nur auf dem Monitor verfolgen. Aber dann gab's wolkenlosen Blick auf Asturien. Waren diese schneebedeckten Berge etwa die Picos de Europa?

Leider zogen sich die Wolken bald wieder zu. Landeanflug Madeira: Ponta da Sao Lourenco, wo ich schon wandern war, perfekt zu sehen. Der Kapitän kündigt an, dass die Landung aufgrund von Seitenwinden schwierig werden könnte. Ich kann mich noch an meinen letzten Madeira-Urlaub erinnern mit dieser genialen Landebahn am Meer. Solch eine Landung wie heute habe ich jedoch noch nie erlebt: wir fliegen tief auf die Landebahn zu, aber statt aufzusetzen startet der Flieger durch und wir heben nochmal ab. Tja, der erste Versuch hat also nicht geklappt.

Wir drehen einen weiten Bogen erneut über's Meer. Es folgt eine Durchsage vom Kapitän. Dann kommt die nächste Landeerlaubnis. Wieder geht's mit schönem Blick vorbei an der Ponta Lourenco. Zweiter Versuch ... geglückt!!! Auch wenn der Kapitän mächtig bremsen muss. Beifall von allen erleichterten Passagieren!

Während wir aus dem Flieger steigen, hat eine Maschine von EasyJet hinter uns die gleichen Probleme. Auch sie startet durch. Ob ihr im zweiten Anlauf die Landung gelingt, kann ich jedoch nicht mehr verfolgen. Denn ich bin dann schon im Flughafen.

Abholung klappt perfekt und dann geht's nach Funchal. Mein kleines Hotel liegt mitten in der verwinkelten Altstadt. Da hat der Busfahrer ganz schön zu kurbeln.

Nach meiner Ankunft habe ich einen schönen Abendspaziergang gemacht: Weg gut einprägen, runter zum Hafen (wo die Aida liegt), vorbei am großen Markt (den ich unbedingt ansehen will), Seilbahn gleich nebenan und in der Altstadt locken viele kleine Lokale. Ich glaube, das habe ich gut getroffen.

Es ist so warm, dass ich zum Fischessen draußen sitzen kann. Der Poncha hat nicht mehr ganz in meinen Bauch gepasst.

Jetzt falle ich nur noch müde ins Bett.

Noch einmal Madeira

Mich zieht es noch einmal zum Wandern und Frühlingsluft schnuppern auf diese schöne Insel. In Funchal habe ich diesen Wanderanbieter gefunden: Nature Meetings.  Also habe ich mir ein Hotel direkt in der Inselhauptstadt gesucht. Der Kontakt mit dem Wanderbüro flutscht bereits prima, so dass ich denke, ich werde prima Wandertouren unternehmen können.

Morgen startet der Flieger ab Erfurt. Wie gewohnt werde ich mich an dieser Stelle von unterwegs melden.

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