August 2017-Archiv

Ich entdecke den Südharz als ideales Wanderrevier und bin heute wieder dabei, Stempel der Harzer Wandernadel zu sammeln. Und heute ist die Wanderrunde so perfekt, dass ich gleich 3 Stempel in mein Wanderheft drücken kann.

Mit meiner Planung habe ich mich hier orientiert (etwas runter scrollen):

Grube Glasebach, Bergbaupfad und Uhlenköpfe

Glasebacher Stollen Stempelstelle 175.JPGDen Startpunkt habe ich nach Anfahrt über A71, A38 und kurviger Landstraße von Roßla nach Straßberg fix gefunden. Fahrtzeit ca. 1 Stunde ab Sömmerda. In die Grube wollte ich heute nicht; wäre auch nur möglich gewesen, wenn mindestens 6 Leute zusammen kommen (Tipp: vorher telefonisch anmelden unter 039489 226 / Telefonnummer laut Flyer). Ich wollte heute wandern und bin gleich in Richtung Hellergrund gestartet. Ca. 450 m auf dem Bergbaupfad entlang und schon war die erste Stempelstelle erreicht >

Der Bergbaupfad ist perfekt ausgeschildert, so dass auch der Abzweig in den Wald nicht zu verfehlen ist.

Wegweiser.JPGSogar die nächste Stempelstelle im Hellergund ist bereits vermerkt. Klasse!

Es geht an einer schönen Bergwiese vorbei. Unterwegs immer wieder Hinweistafeln auf bergbaugeschichtliche Zeugnisse. Es ist ein interessanter, kurzweiliger Weg. Und schon folgt die nächste Stempelstelle:

Teich im Hellergrund Stempelstelle 194.JPG

Ja, so macht das Wandern Spaß!  Ich folge dem Pfad, sehe links einen gelben Punkt als Wegemarkierung ohne Hinweis, wo's dort hingeht und laufe weiter geradeaus. Dann trete ich aus dem Wald und bin an einem herrlichen Teich. Ist das schön hier! Nur wenige Schritte und ich entdecke sogar eine Gaststätte mit Terrasse für meine Mittagseinkehr. Ich bin am Birnbaumteich, der eigentlich gar nicht auf meiner Route lag, aber einfach wunderschön ist. Sogar ein Campingplatz ist nebenan.

Birnbaumteich.JPG

                                          Diese Mittagsrast gefällt mir, auch wenn ich nun wieder ein Stück zurück laufen muss, denn der gelbe Punkt war mein Abzweig in Richtung Silberhütte. Es geht gut bergauf und dann wieder üppig bergab. Ich sehe Pilzesammler, die erfolgreich unterwegs sind. Der Regen der letzten Tage hat viele Pilze wachsen lassen.

Leider erwischt mich kurz vor dem Waldhof in Silberhütte  ein leichter Regenschauer, aber ich habe vorsorglich mein Regencape dabei. Und die dritte Stempelstelle des Tages ist ja nicht mehr weit. In Silberhütte ist übrigens eine Haltestelle der Selketalbahn.

Nun geht es nochmal mit grünem Punkt bergauf zu den Uhlenköpfen. Von anderen Wanderern werde ich als "Zwerg mit Regencape" begrüßt :-) Stempelstelle mit vorgelagertem Brockenblick:

Wegweiser Brockenblick.JPGBrockenblick Uhlenköpfe Stempelstelle 176.JPG

                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Ich muss nochmal bergab bis Silberhütte, dann folgt mein mit blauem Punkt markierter Weg der Selketalbahnstrecke und dem Flüsschen Selke in Richtung Straßberg. Die Sonne scheint wieder, aber diese Strecke schleppt sich und will kein Ende nehmen. Ich habe die Hoffnung, unterwegs die Selketalbahn vorbei dampfen zu sehen. Sie kommt aber erst angedampft, als ich in Straßberg angekommen bin:

Selketalbahn 1.JPG                                                                                                                                                                                                                  

Selketalbahn 2.JPG

Das letzte Stück des Rundweges bringt mich durch ein breites Wiesental wieder hinauf zur Grube Glasebach, wo ja mein Auto steht. Bevor ich nach Hause fahre, gönne ich mir nach dieser doch recht üppig ausgefallenen Wanderrunde noch ein Eis auf die Hand. Dann gehtś mit Sonnenschein zurück nach Sömmerda. Na, das war doch eine prima Stempel-Runde!

Rothenburg ob der Tauber 1.JPGRothenburg ob der Tauber 2.JPG

                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Kleine Orientierungshilfe:

Alle Berichte und Bilder meines Wanderurlaubs in den Dolomiten/Südtirol 2009 (Sextener Dolomiten) gibt es im Monatsarchiv August/September 2009.

Alle Berichte und Bilder meines Wanderurlaubs in den Dolomiten/Südtirol 2017 (Gadertal/Alta Badia) gibt es im Monatsarchiv Juli/August 2017.

Fassa-Tal.JPGLangkofel und Sella.JPG

Pordoijoch und Sella.JPGPanoramaweg mit Marmoladablick.JPG

Seilbahn Col dei Rossi.JPG

So viele wundervolle Bilder. Welche soll ich weglassen? Die Auswahl fällt echt schwer.

Blick von den Cinque Torri zum Lagazuoi.JPGCinque Torri 2.JPG

Kletterer an den Cinque Torri.JPGCinque Torri 3.JPG

Cinque Torri 4.JPGCinque Torri 5.JPG

Grödnerjoch und Langkofel.JPGKolfuschger Höhenweg 2.JPG

Blick zum Sella-Stock.JPGForcelles-Hütte und Sassongher.JPG

Seilbahn auf den Kleinen Lagazuoi.JPGTiefblick zum Lagazuoisee.JPG

Bergpanorama Kleiner Lagazuoi.JPGKleiner Lagazuoi - Gipfel.JPG

Vom Pordoijoch zum Sella-Ringbandweg.JPGMit Dario und Roberto auf dem Sella-Ringbandweg.JPG

Am Sella-Ringbandweg.JPGKostner-Hütte.JPG

Tiefblick nach Bruneck.JPGYaks auf dem Kronplatz.JPG

Messner-Mountain-Museum.JPG

Plan Scotonihütte - Lagazuoisee.JPGAufstieg zum Lagazuoisee.JPG

gelbe Mohnblume.JPGAm Lagazuoisee.JPG

Scotoni-Hütte.JPG

Heiligkreuzkofel.JPG

Marmolada - Piz la Ila - Sella.JPGTiefblick nach La Villa.JPG

Sella-Blick.JPGPralongia.JPG

Gardenaciahütte.JPGAufstieg zum Col plö Alt.JPG

Col plö Alt 2.JPGGipfel Col plö Alt.JPG

Seilbahn zum Piz la Ila.JPG  Mit Kabinenbahn hinauf >

      Blick zur Marmolada

Blick zur Marmolada.JPG

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Abends auf dem Balkon: untergehende Sonne überm HeiligkreuzkofelBalkonblick mit Abendleuchten überm Heiligkreuzkofel.JPG

San Cassiano.JPG< Wolkiger Start - San Cassiano                  

                                                                                                                                               

                                                                                                                                                                                                                   Am Wiesenweg / im Hintergrund die Conturines >Am Wiesenweg zur Valparolaalm.JPG

La Villa.JPGSompuntsee.JPG                                                                                                                                                                             Auf dem Panoramaweg von La Villa zum Sompuntsee.

Noch habe ich nicht die Zeit, viele Bilder hier hoch zu laden, aber ein kleines "best-of" kann ich realisieren :-)

1) Blick vom Wanderweg Col Plö Alt zum Heiligkreuzkofel

Col Plö Alt.jpg

2) Aufstieg von der Scotoni-Hütte zum Lagazuoi-See

Über der Scotoni-Hütte.JPG

                                                                                                                                                                                                                    3) Auf dem Sella-Ringbandweg

Sella-Ringbandweg.JPG

4) Auf dem Kleinen Lagazuoi /

im Hintergrund die Cinque Torri

Lagazuoi.JPG

                                                                                                                                                                                                                   5) Auf dem Kolfuschger Höhenweg /

gegenüber der Sella-Stock

Kolfuschger Höhenweg.JPG

6) Cinque Torri

Cinque Torri.JPG

                                                                                                                                                                                                                   7) Blick vom Col dei Rossi zur gletscherbedeckten Marmolada

Marmolada vom Col dei Rossi.JPG

8) Murmeltier

Murmeltier.JPG

Nun bin ich also nach meinem wunderschönen Sommerurlaub in den Dolomiten wieder zurück in Sömmerda.

Die erste Etappe der Heimfahrt fiel länger aus, als geplant. Es gab wohl viele Urlaubsheimkehrer :-) Über den Brenner-Pass bin ich noch prima gekommen, auch die Inntal-Autobahn war nicht übermäßig voll. Dafür stand der Verkehr auf dem Fernpass nach Reutte. Entsprechend spät bin ich also in Rothenburg ob der Tauber angekommen - für einen Abendbummel ins hübsche Städtchen hat die Kraft aber noch gereicht.

Heute früh konnte ich ja ausschlafen. Den Vormittag habe ich für einen ausgiebigen Stadtbummel in Rothenburg genutzt. Zu Mittag dort der Treff mit meiner Schwester, mit der ich gemeinsam bis Erfurt gefahren bin. Ein kurzer Stau bei Würzburg war schnell wieder vorbei. Das letzte Stück bis Sömmerda war fix geschafft.

Bilder gibt es heute abend nicht mehr, werden aber in den kommenden Tagen folgen.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt - so könnte ich den heutigen Tag kurz beschreiben. Denn eigentlich will ich heute zum Sellajoch hinauf fahren und die Region um den Langkofel erwandern. Bis zum Grödnerpass war ich ja schon mit Bus unterwegs; bis zum Sellajoch ist es dann nicht mehr weit. Als ich am Sellajoch ankomme ist es aber so voll, dass ich keinen Parkplatz für's Auto finde. Dabei liegt der Langkofel so verlockend vor mir. Was tun? Ich fahre erst mal weiter und sehe, dass es nicht weit nach Canazei im Fassatal ist. Also biege ich ab und fahre über viele perfekt ausgebaute Kurven hinunter ins Tal. Dort befindet sich ein großer Parkplatz direkt an der Seilbahn. Na, prima! Das passt doch. Die Seilbahn führt hinauf auf den Col dei Rossi. Ticket ist fix gekauft, aber dann habe ich Pech: die Seilbahn hat einen technischen Defekt und fährt nicht. Offensichtlich dauert die Reparatur länger, denn wir sollen uns das Geld zurück geben lassen. Dabei erfahre ich netterweise, dass es vom Nachbarort Alba eine Seilbahn zum gleichen Ziel geben soll. Auch ein Parkplatz ist dort gleich dabei. Also schwinge ich mich wieder ins Auto und fahre nach Alba. Und was soll ich sagen: alles passt perfekt. Ich schwebe mit einer großen Kabinenbahn hinauf. Direkt hinter mir ist die Marmolada mit dem Fedaia-Stausee. Außerdem habe ich einen prima Blick in die andere Richtung ins Fassa-Tal. Als ich oben aussteige weiß ich, dass ich nichts verkehrt gemacht habe. Was für ein tolles Bergpanorama!!! Der Col dei Rossi liegt als Aussichtsberg direkt zwischen Sella-Stock und Marmolada. Selbst der Blick zum Langkofel ist schöner als vom Sellajoch. Während ich über den Kammweg laufe, kann ich das Gipfelpanorama in vollen Zügen genießen. Bilder, Bilder, Bilder!!! Es ist einfach unbeschreiblich schön hier oben. Der Blick geht runter zum Pordoijoch, wo ich meinen Aufstieg zum Sella-Ringbandweg gestartet habe. Mit den Augen kann ich meine Spuren verfolgen. Hier auf dem Kamm lässt sich eine prima Gipfelrunde drehen. Meine Mittagspause genieße ich mit Blick auf den Gletscher der Marmolada. Es weht ein leichter Wind, der mich verlockt, weiter auf dem Panoramaweg aufzusteigen. Da ich aber nicht weiß, wohin mich der Weg führt, mache ich nach einer halben Stunde kehrt. Ich gehe noch ein Stück in Richtung Pordoipass und wende mich dann in Richtung Bergstation. Immer wieder bleibe ich stehen, um dieses Bergpanorama zu bestaunen. Piz Boe ist zu sehen, auch die Seilbahn zum Sass Pordoi. Später sehe ich auf dem nahen Wiesenhang sogar ein Murmeltier. Das verschwindet erst in seinem Bau, als Leute neugierig auf es zu kommen. Als ich fast an der Bergstation bin, habe ich nochmal einen schönen Blick auf den Fedaia-Stausee. Mit der Seilbahn geht's hinab ins Tal. Für den Rückweg fahre ich die Bergstrasse bergauf, biege jetzt aber zum Pordoipass ab und fahre die Sella-Ronda weiter. Der Weg ist mir ja von der Bus-Auffahrt bekannt. Aber die vielen Kurven hinunter nach Arabba und rauf zum Campolongopass mit eigenem Auto zu fahren, ist schon nochmal was anderes. Mein kleines Auto schafft das aber problemlos, wenn auch manchmal nur im 2. Gang bergauf :-) In Corvara schließe ich die Runde um den ganzen Sella-Stock. Nur noch ein kurzes Stück bergab, dann bin ich gegen 15.30 Uhr in La Villa. Was soll ich sagen? Das war doch trotz holprigem Start ein fantastischer letzter Urlaubtag! Morgen nehme ich die erste Etappe der Heimfahrt in Angriff, die mich nach Rothenburg ob der Tauber bringt. Am Sonntag bin ich dann zurück in Sömmerda.
Als ich auf dem Kleinen Lagazuoi war, konnte ich prima die Region hinter dem Falzarego-Pass überblicken. Dabei entdeckte ich auf dem Bergrücken in Richtung Cortina d'Ampezzo eine markante Felsengruppe, zu der ein Sessellift empor führt. Im Quartier checke ich mein Kartenmaterial und ganz am Rand meiner Wanderkarte finde ich die Cinque Torri. Na, Klasse - da habe ich doch ein tolles Wanderziel gefunden. Klar muss ich heute mein Auto nehmen, um dorthin zu gelangen. Aber den Weg bis zum Falzarego-Pass bin ich ja schon mit Bus gefahren und von dort ist es nur noch ein Stück die Bergstrasse hinab. Der Abzweig zum großen Parkplatz ist nicht zu verfehlen. Mit dem Sessellift schwebe ich hinauf und komme auf einem fantastischen Aussichtsberg an. Der Blick zum Lagazuoi gewaltig; die Felsentürme der Cinque Torri gleich nebenan. Meine Knipse hat gut zu tun, alles festzuhalten. Unter den Türmen beginnt ein Rundweg, denn hier waren die Stellungen der Italiener im 1. Weltkrieg. Es geht durch Schützengräben und Unterstände. Alles wird begleitet durch mehrsprachige Tafeln. So eine wunderschöne Bergwelt und so ein grausamer Stellungskrieg. Ich folge dem Rundweg mit prima Blick auf die gegenüber liegende Talseite mit den mächtigen Wänden des Lagazuoi und schaue mich auch immer wieder nach den Felsentürmen der Cinque Torri um. Was für ein gewaltiges Bergerlebnis! Die Felsentürme sind das Ziel vieler Kletterer, die sich hier tummeln. Immer wieder kann ich sie bei ihren gewagten Aufstiegen beobachten. Der Rundweg geht am Berghang unter den Türmen entlang. Cortina d'Ampezzo kommt in Sicht und im Dunst kann ich von hier sogar die Drei Zinnen sehen. Ist das schön hier! Die Schützengräben führen mich den Berg hinab, aber so tief will ich nicht runter. Also steige ich wieder hoch und folge der Ausschilderung "Giro de Torre". Und die bringt mich mitten hinein ins Kletterparadies. Hier ist was los! Überall wird geklettert. Ich setze mich in den Schatten und schaue eine ganze Weile zu. Dann sehe ich, dass von oben Leute runter gelaufen kommen. Gibt es da etwa einen Felsendurchgang? Ich steige hinauf und tatsächlich: zwischen zwei Felsentürmen gibts einen Spalt zum Durchsteigen. Damit wird's also kein Rundweg, sondern ein Halbkreis, den ich bestreite. Nun bin ich also wieder auf der anderen Seite der Türme. Während ich dem Weg folge, kommt ein Hinweisschild zum "Refugio Cinque Torri". Ich halte Ausschau, kann aber nur oberhalb eines Bergplateaus einige Hütten ausmachen. Bei der Hitze weiter aufsteigen mag ich nicht. Außerdem weist das Schild nach links. Ich folge jetzt einfach dem Weg, der mich an den Torris vorbei und dann im zick-zack bergab leitet. Aha, unter den Torris hat sich also die Hütte versteckt. Da kann ich jetzt prima zu Mittag einkehren. Offensichtlich ist die Hütte ein Geheimtipp, denn es ist im Vergleich zur Hütte an der Seilbahn ungewöhnlich ruhig hier. Dafür darf ich nach dem Essen auf dem sonnenbeschienenen Weg wieder bergauf kraxeln. Ich genieße ein letztes mal den weiten Blick auf die Berge, dann schwebe ich mit dem Sessellift bergab. Unter mir pfeifen die Murmeltiere, aber zu sehen ist keins. Schade! Mit dem Auto geht's vorbei am Falzarego-Pass zurück in Richtung La Villa. Unterhalb vom Valparola-Pass stoppe ich nochmal kurz, um den Tiefblick ins Val Badia mit Pralongia und Sella zu erleben. Dann fahre ich über die kurvige Bergstrasse nach Hause. Morgen ist dann leider schon mein letzter Urlaubstag. Den werde ich noch einmal richtig auskosten!
Heißes Hochsommerwetter in den Dolomiten. Da suche ich mir heute lieber eine leichte Tour aus. Die bringt mich zunächst mit Bus nach Corvara, wo ich in den Bus zum Grödnerjoch umsteige. Es geht gut hinauf und so liegt mein Startpunkt locker auf 2121 m. Nun muss ich nur noch gemütlich zurück ins Tal dümpeln. Okay, ganz so leicht machen es mir diese Berge nicht. Dieser Weg ist aber prima zu laufen, denn es gibt nur wenige Gegenanstiege. Ich freue mich heute über jedes Lüftchen, denn die Sonne meint es wirklich gut. Dafür habe ich einen fantastischen Blick auf die gewaltige Sella-Nordseite. Ich beobachte eine Truppe, die sich auf der gerölligen Rinne zum Glück im Schatten mühsam bergauf bewegt. Ihr Weg ist steil und es geht noch mächtig hoch. Diese Sella-Nordwand sieht echt gut aus: unten die Geröllhänge, darüber die steilen Felsen, oben nochmal Geröllpassagen und diese gekrönt von den Felsentürmen von Pisciadu und Piz da Lech. Was für ein riesiges Gebirge! Und ohne Anstrengung kann ich mir alles prima von der gegenüberliegenden Talseite anschauen. Was für ein genialer Panoramaweg! Ich bin nicht die Einzige, die hier unterwegs ist. Aber es verteilt sich, vor allem an den Gegenanstiegen. Gegen Mittag habe ich die Forcelles-Hütte erreicht. Vor mir kommt schon der mächtige Sassongher ins Blickfeld. Ich suche mir auf der Terrasse ein schattiges Plätzchen und genieße mein Mittagessen mit Sella-Blick. Vorhin haben die Berge noch Schatten auf die Geröllhänge gemalt. Nun steht die Sonne so hoch, dass diese Schatten verschwunden sind. Dort oben möchte ich heute wirklich nicht unterwegs sein. Ich freue mich an diesem warmen Tag über meinen Schattenplatz. Im weiteren Abstieg habe ich die Sonne wieder. Aber unter dem Sassongher ist bereits mein Tagesziel, die Bergstation vom Col Pradat, auszumachen. Ich muss dafür aber erst mal in weitem Bogen abwärts laufen, um dann am anderen Hang wieder gut hinauf zu steigen. Langsam komme ich mir dabei wie ein Grillhähnchen vor. Wo ist ein erfrischendes Lüftchen? Als ich die Hütte am Col Pradat erreiche, bin ich richtig froh. Die Leute, die mit in meinem Quartier wohnen, haben sich heute dort oben einen faulen Tag gegönnt. Gemeinsam kehren wir nun auf der Hütte ein. Hmmm, das Eis dort ist ja so lecker und erfrischend! Langsam zieht sich der Himmel mit Wolken zu und die Temperaturen werden angenehmer. Ich verabschiede mich und schwebe mit der Kabinenbahn hinunter ins Tal nach Colfosco (Kolfuschg). Auf dem Weg zum Bus erwischen mich ein paar wenige Regentropfen. Als ich dann im Bus nach La Villa sitze, kommt ein richtiger Platzregen runter. Na, da habe ich ja wieder Glück gehabt. Mit Regencape habe ich die paar Schritte ins Quartier fix geschafft. Es war nur ein kurzer Schauer. Nun scheint schon wieder die Sonne. Auch morgen soll's heiß werden. Mal schauen, was ich anstelle.
Nach der großen Tour von gestern plane ich heute einen Erholungstag. Aber nur faul sein geht nicht. Ich starte mit Linienbus zum Falzaregopass, muss dafür einmal in Saré umsteigen. Am Falzaregopass geht's dann mit Bergbahn hinauf auf den kleinen Lagazuoi. Oben angekommen habe ich den Tiefblick zum Lagazuoi-See. Da war ich ja schon. Und der Weg hier rauf wäre echt zu packen gewesen. Da bin ich heute also schlauer. Der Lagazuoi war im 1. Weltkrieg ein heiß umkämpfter Berg. Aus dieser Zeit gibt es im Felsen noch Tunnelsysteme, die man sich anschauen kann. Meine Taschenlampe ist vorsorglich im Rucksack. Den Weg zum Tunnel habe ich fix gefunden. Es geht am Felsenrand bergab, durch ehemalige Schützengräben und über einen schmalen Gipfelgrat. Dort ist der Einstieg in den Tunnel. Helm habe ich nicht, aber Taschenlampe. Ich taste mich also vorsichtig hinein, merke aber schnell, dass meine kleine Funzel nicht ausreicht, zumal der Gang verwinkelt ist und von oben Bergzacken hinein ragen. Ich sollte mir zum nächsten Geburtstag eine gescheite Stirnlampe wünschen. Andere Leute sind besser ausgestattet; ich breche das Tunnel-Unternehmen besser ab. Wieder oben an der Bergstation laufe ich am Refugio vorbei hinauf zum Gipfel des Kleinen Lagazuoi. Der Rundblick ist wieder genial, auch wenn heute ein leichter Dunst- oder Hitzeschleier drüber liegt. Mit ganz vielen Leuten teile ich mir das Gipfelplateau. Ein Stück weiter zweigt der Kaiserjägersteig ab. Er führt unter der Felsenwand entlang und wird immer schmaler. An einer ausgeprägten Kletterstelle mache ich doch lieber kehrt. Einen Eindruck habe ich mir ja gemacht. Noch einmal übers Gipfelplateau, dann biege ich zur Mittagseinkehr mit Bergpanorama ab. Danach geht's zu Bergbahn. Ich steige ein, die Türen gehen zu und wir fahren los. Als die Bahn aus dem Bergschatten heraus kommt, erhält sie einen mächtigen Windstoß und schaukelt gewaltig. Da habe ich aber ein Kribbeln im Bauch! Zum Glück ist es weiter unten ruhiger, so dass sich die Bahn auspendelt. Noch ein Bummel durch die Souvenirläden, dann geht's mit Linienbus zurück. Im Tal ist es heute so heiß, dass ich keine Lust mehr habe, draußen zu bummeln. Aber im Quartier kann ich mir ja noch einen Eiskaffee machen. Morgen geht's wieder in die Berge, denn dort oben habe ich ein kühles Lüftchen.
In der Nacht zum Montag hat es ein mächtiges Gewitter gegeben. Das Gewittergrollen rollte durch's ganze Tal. Aber am Morgen war alles vorbei und es sollte ein sonniger Tag werden. Ich starte zu meiner großen Tour, nicht auf die Sella, aber unterhalb der hohen Wände entlang. Dazu fahre ich mit Linienbus nach Corvara und steige dort in den Bus zum Pordoijoch um. Es geht erst gut hinauf zum Campolongo-Pass, dann tief hinunter nach Arabba und dann über mehr als 30 Kurven die Bergstrasse wieder hoch zum Pordoijoch. Damit liegt der Ausgangspunkt meiner Tour bereits bei 2239 m. Aber ich muss noch weiter hoch. Der Sella-Ringbandweg beginnt erst bei 2600 m, dafür heißt es ca. 1 Stunde stramm bergauf kraxeln. Da könnte ich glatt die Leute beneiden, die mit der Seilbahn zum Sas de Pordoi hinauf schweben, aber die haben garantiert ein Ziel, das mir zu groß ist. Während etliche Kletterer weiter zwischen den Felsen bergauf steigen, biege ich auf den Sella-Ringbandweg ab. Der führt zwischen großen Steinblöcken durch auf das Geröll unter den hohen Wänden der Sella. Mein Wanderbuch zeichnet für die Tour einen Strich auf gerader Linie - die Praxis sieht anders aus. Es geht immer hoch und runter, über Geröll und kletternd über Steinhänge. Im Aufstieg hole ich zwei rüstige, ältere Italiener ein, die mich bitten, doch Fotos von ihnen vor der Marmolada zu schießen, die hier gut zu sehen ist. Sie sind erstaunt, dass ich solo unterwegs bin. Ich verstehe kein italienisch, die zwei kein deutsch, trotzdem haben wir schnell einen guten Draht zueinander und setzen die Tour gemeinsam fort. Dario und Roberto sind rührend besorgt um mich. Immer wieder warten sie, ob ich auch folge. Auch wenn ich die Schwierigkeiten des Weges durchaus allein meistern kann, tut es gut, solche Begleiter zu haben. Dario ist meist vorneweg und checkt den weiteren Weg. Nur einmal sind wir etwas zu weit hoch geraten, aber schnell wieder in der richtigen Spur. Es geht auf die Wände zu und meist direkt unter ihnen entlang. Unter uns die Auffahrt zum Pordoipass, dahinter die gewaltige Bergkulisse mit Marmolada, Tofane, Pelmo und Civetta und noch viele mehr, deren Name ich nicht kenne. Immer wieder schaue ich mich um. Trotzdem heißt es gut auf den Weg zu achten: die Geröllpassagen sind rutschig, die Kletterei über viele Steine bergauf bergab verlangen Konzentration. Diese Tour ist definitiv kein Spaziergang. Unterwegs stoßen wir an der Wand auf den Beginn eines Klettersteiges; wer will, kann hier hoch zum Piz Boe. Wir gehen weiter auf dem Weg Nr. 626, immer unter den steilen Felswänden der Sella entlang. Erst gegen 13 Uhr legen wir hoch über Arabba eine längere Mittagsrast ein. Von hier ist unser Ziel, die Kostner-Hütte, bereits zu sehen. Was für ein schöner Rastplatz: das gesamte Gebirge liegt uns zu Füßen. Vor uns die Pralongia, dahinter Heiligkreuzkofel, Lavarella, Conturines, Lagazuoi und Fanis. Dahinter noch die 3000er Tofane, Pelmo und Civetta. Einfach nur genial!!! Nach der Stärkung geht es locker weiter unter den Sella-Wänden entlang. Bis zur Hütte ist es noch ein ganz schönes Stück Weg. Je näher wir kommen, desto mehr Leute sind unterwegs. In einer steilen Scharte kommen Kletterer von oben herunter. Manche wollen zum Pordoi, viele nehmen den Weg zur Hütte. Nach insgesamt 4 Stunden (incl. Pause) haben wir das Ende vom Ringbandweg und die Hütte erreicht. Am Anfang stand ein Schild: 2 Stunden zur Kostner-Hütte. Ich frage mich schon, wer das in der Zeit schafft. An der Hütte verabschiede ich mich herzlich von meinen Wanderfreunden Dario und Roberto. Sie wollen mit Seilbahn nach Corvara und von dort zurück zum Pordoipass. Ich kehre in der Hütte ein und genieße noch den fantastischen Ausblick über das ganze Gebirge. Klar geht der Blick auch nochmal nach oben zu den steilen Sella-Wänden. Dort sind wir entlang gekraxelt! Aber ich muss ja noch nach Hause. Ich könnte in 50 Minuten bergab zur Kabinenbahn oder in 10 Minuten bergauf zum Sessellift. Ich entscheide mich nach dieser langen Tour für den Sessellift. Der bringt mich vorbei am blauen Boe-See bequem zur Kabinenbahn und mit der geht's nach Corvara. Der Weg zur Bushaltestelle ist auch noch zu schaffen. Gegen 17.15 Uhr bin ich k.O., aber glücklich zurück im Quartier.

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