Bergtour zum Col Plö Alt

Heute war stabiles, aber wolkiges Wetter versprochen. Also starte ich im Naturpark Puez Geisler meine erste Bergtour. Den Aufstieg kann ich ein wenig mit dem Sessellift verkürzen, aber dann heißt es zu Fuß weiter aufsteigen. Zunächst geht es unter der Felsenwand entlang, später muss ich über Serpentinen steil in einer Felsenscharte hoch steigen. Nach einer Stunde habe ich die Gardenazza-Hütte auf 2058 m Höhe erreicht. Die ist aber nur ein Etappenziel. Weiter geht's, nicht mehr steil, aber stetig über Bergwiesen und an Latschenkiefern vorbei bergauf. Jetzt öffnet sich auch der Blick auf die gewaltige Bergwelt. Die Marmolada bleibt heute wolkenverhangen. Mich begleitet dafür den ganzen Tag die Aussicht auf Heiligkreuzkofel und Lavarella. Im Weitergehen sehe ich nur einige Kühe, die sich hier einen fantastischen Logenplatz ausgesucht haben. Der Weg wird steiniger und führt später direkt unterhalb mächtiger Felswände entlang, ist aber perfekt markiert. Was für eine herrliche Berglandschaft! Auf schmalem Band passiere ich unter einer Felswand ein ausgeprägtes Hochtal. Laut pfeifend erschreckt mich ein Murmeltier - ich sehe es kurz vor mir noch unter den Felsen in einem Loch verschwinden. Das letzte Stück führt mich noch über einen Wiesenkamm, das Gipfelkreuz ist in Sicht. Mittagsrast also auf dem Col Plö Alt (die Höhenangaben schwanken in meiner Wanderliteratur zwischen 2314 m und 2332 m). Die Lage dieses Gipfels ist genial: gegenüber ist der Heiligkreuzkofel zum Greifen nah. Unter mir im Tal Badia und La Villa. Im Hintergrund die ganzen hohen Berge, wenn auch wolkenverhangen. Allerdings bläst auf diesem ausgesetzten Gipfel ganz schön der Wind. Eine geschützte Stelle fehlt. Also kurz gestärkt und einen Eintrag im Gipfelbuch verfasst, dann steige ich langsam wieder hinab. Halt, ich habe noch was vergessen: hier oben wimmelt es von Edelweiß, so viele Blüten auf einer Stelle habe ich noch nie vorher gesehen! Im Abstieg merke ich, dass ich doch mächtig weit hoch gestiegen bin. Ich halte Ausschau nach Murmeltieren, kann aber keine entdecken. Dafür habe ich auf dem Rückweg andere Berge im Blick, zum Beispiel den hohen Sassongher. Von der Hütte kann man in ca. 2,5 Stunden dort hinauf klettern, aber dieser Gipfel ist mir eindeutig eine Nummer zu groß. Mein Rückweg führt natürlich auch nochmal zur Hütte, wo ich mir eine gemütliche Einkehr zu Kaffee und Kuchen genehmige. Dann nehme ich die alternative Abstiegsroute zum Sessellift. Gemächlich schwebe ich hinab ins Tal. Und der Weg von der Talstation ins Quartier ist ja fix geschafft. War das eine schöne Bergtour! Allerdings bin ich jetzt k.O.

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Diese Seite enthält einen einen einzelnen Eintrag von Hanne vom 26.07.17 16:57.

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