Scotonihütte (1985m) - Lagazuoi-See (2182 m)

Gute Kletterei ohne Aufstiegshilfe. Ja, diese in meinem Buch als leichte Tour beschriebene Route war nicht ohne! Ich starte die Tour am Busparkplatz Saré, wohin mich der Linienbus bringt. Von dort laufe ich, am Campingplatz vorbei, durch den Wald zum Ausgangspunkt der beschriebenen Tour, dem Autoparkplatz der Capanna Alpia (1726 m), was meinen Weg um ca. 0,5 Stunden verlängert. Bereits hier gibt's den Blick auf die hohen Gipfel der Conturines. Von der Hütte starten verschiedene Routen in die Berge. Linkerhand ist ein gewaltiger Aufstieg zu sehen. Da erscheint mir mein Weg geradeaus zunächst ganz leicht. Aber da sollte ich mich irren: auf einer breiten Bergstrasse steige auch ich üppig bergan. Da heißt es richtig Zähne zusammenbeißen und über viele Kurven hinauf. Nach gut einer Stunde habe ich mein Etappenziel, die Scotonihütte auf einem weiten Wiesenboden erreicht. Hier muss ich erst mal verschnaufen. Mich umgibt eine fantastische Kulisse aus hohen Berggipfeln. Und wenn ich den Blick nach vorn richte, steht dort eine hohe Wand, an der sich ein Serpentinenweg hinauf schwingt. Klasse, da oben liegt der See! Was jetzt folgt ist also eine gute Kletterei. Die Kehren sind aber gut ausgebaut. Im Aufstieg innehalten und zurück blicken; je höher ich steige, desto schöner und weiter wird der Ausblick. Klar knipse ich viele Bilder. Auch die gelben Mohnblüten, die ich schon aus den Sextener Dolomiten kenne, wachsen hier. Nach ca. 40 Minuten ist diese Wand geschafft und mein Weg biegt linkerhand zum Lagazuoi-See unter den mächtigen Cima del Lago und der Cima-Scotoni-Südwestwand (Fanisgruppe) ab. Hier lasse ich mich in der Nähe des Ufers nieder. Während ich Pause mache, schweift mein Blick rundum: oberhalb des Sees ist oben in den Felsen eine Scharte zu sehen, wo etliche Leute ins Nachbartal hinüber klettern; andere kommen von oben herunter. Mein Blick wandert die gewaltigen Felswände entlang. Mein Aufstiegsweg führt weiter hinein ins Gebirge; er quert ein ausgeprägtes Hochplateau. Ich hole meine Wanderkarte raus und stelle fest, dass man von hier zum Lagazuoi weiter aufsteigen könnte, finde aber in meinem Tourenheft leider nichts dazu. Schade, denn der Weg sieht echt lohnenswert aus, aber auf unbestimmte Abenteuer bin ich nicht aus. Ich genieße meine lange Pause und beobachte weiter die Kletterer. Aber irgendwann muss ich ja wieder absteigen. Ich nehme also den gleichen Weg zurück. Der Abstieg gestaltet sich ungewohnt schwieriger. Denn hier gibt's keine Blocksteine, wie zum Beispiel in der Hohen Tatra. Hier gibt's Sand und Kieselsteine. Die können, wenn man nicht aufpasst, zu Rollschuhen werden. Den Berg runterrutschen wäre aber keine gute Idee. Also bin ich entsprechend vorsichtig. Vergleichsweise zügig bin ich aber wieder unten an der Hütte. Hier lege ich gegen 13 Uhr eine ausgiebige Mittagsrast ein. Voll ist es hier inzwischen geworden: Leute, die noch hoch wollen, aber auch viele, die von weiter oben herunter gekommen sind. Ich komme mit Niederländern ins Gespräch, die vom Lagazuoi abgestiegen sind. Später sitzen Tschechen mit am Tisch. Es herrscht ein buntes Sprachengemisch. Auf der Bergwiese weiden zwei kuschlige Alpakas. Klar muss ich zu ihnen noch hin, bevor ich an den steilen Abstieg ins Tal denke. Aber dann gebe ich mir einen Ruck. Auch jetzt laufe ich vorsichtig, denn Rollschuh-Gefahr besteht nun ebenso. Der Aufstieg fiel definitiv leichter. Die Beanspruchung der Muskeln ist auch zu spüren. Für mich fällt diese Tour doch eher unter die Rubrik "mittelschwer". Gegen 15 Uhr bin ich am Autoparkplatz. Der Linienbus kommt um 15.35 Uhr. Da reicht die Zeit ja noch für ein Belohnungseis auf die Hand :-) Na, das war doch eine prima Bergtour. Die Sonne hat es heute so gut gemeint, dass die kühlende Salbe hinterher richtig wohltuend ist.

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Diese Seite enthält einen einen einzelnen Eintrag von Hanne vom 29.07.17 17:39.

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