Ausflug ins Hochmoor

Heute geht's mal über die Grenze zur Tour ins nahe Polen. Nachdem ich den Sessellift von der Masaryk-Baude nach Zieleniec entdeckt habe, war ja klar, dass der Ausflug in die Hochmoore Topielisko und Czarne Bagno machbar ist.

Gut, dass ich mir einen Flyer vom Sessellift eingesteckt hatte, denn so wusste ich, dass ich nicht vor 10 Uhr oben sein muss, weil der Betrieb erst dann aufgenommen wird. Gemütlich gleite ich hinab.

In Zieleniec selbst ist im Sommer nichts los. Es scheint ein reiner Winterferienort zu sein: ein Lift reiht sich an den anderen, auch weitere Sessellifte sind zu sehen, und es wird weiter gebaut. Der Nordhang des Adlergebirges fällt steiler ab, als die tschechische Seite. Bestimmt kommen hier die Abfahrtslaeufer voll auf ihre Kosten.

Ich suche die grüne Markierung und kann sie nicht finden. Ich komme an der kleinen Kirche vorbei - da habe ich wohl den Weg verpasst. Also zurück. Und wirklich, versteckt finde ich die Markierung, aber wo ist der Weg? Der soll doch tatsächlich quer über einen ungemaehten Wiesenhang hinab gehen, denn weiter unten sehe ich die nächste Markierung. Vor mir ist wohl schon jemand hier runter, denn ich kann eine Spur heruntergetretenen Grases verfolgen. Es gibt eine Kurve nach rechts - da war mein Vorgänger wohl von der Markierung weggekommen. (Bin ich von der tschechischen Wegmarkierung so verwöhnt?)

Weiter unten geht's auf schmalem Pfad an einem plätschernden Bächlein entlang, dann wird der Weg zu einem breiten Waldweg und lässt sich prima laufen. Ich habe nicht geahnt, dass ich so weit runter muss. An der Straße ist ein Parkplatz und es tummeln sich viele Leute, die sogar per Bus angereist kommen.

Und ich muss nun wieder bergauf kraxeln, aber ein Wegweiser verrät, dass es nur noch 15 Minuten sind. Dann habe ich auf einem breiten Waldweg inmitten von Blaubeeren das Hochmoor erreicht. Zu sehen ist allerdings erst mal nicht viel. Schautafel gibt's mit polnischen Erläuterungen und ich verstehe nix.

Ein Bohlenweg führt zum Aussichtsturm. Über steile Leitern geht's nach oben. Ringsum ist Wald, nur in der Ferne sind freie Hochmoorflächen zu sehen. Hm, da hatte ich mir mehr erwartet.

Aber der Weg geht ja weiter. Offensichtlich ist das Topielisko-Hochmoor weitgehend zugewachsen, während das Czarne Bagno-Hochmoor, das ich kurz darauf erreiche, mit den typischen freien Flächen mit den Birken und den Wollgrasbestaenden aufwartet. Ja, so kenne ich Hochmoore. Hier gibt's wieder einen Bohlenweg, der gut ins Moor hinein führt und einen weiten Bogen beschreibt. Ich halte Ausschau nach fleischfressenden Pflanzen, wie den Sonnentau, kann aber leider auch hier keinen entdecken. Nur auf den Schautafeln sind Fotos davon zu sehen.

Schade, bald habe ich das Ende des Waldweges erreicht. Ich mag nun eigentlich noch auf dem Weg weitergehen, der auf Bohlen um das Moor herum führt. Aber da kommt mir ein polnisches Ehepaar wild gestikulierend entgegen. Polnisch müsste man verstehen, aber das kann ich nicht. Die Frau nimmt einen Stock und zeigt mir, wie tief das Wasser auf dem Weg steht: knietief! Das wird also nix werden!

Also geht's den gleichen Weg zurück.

Am Parkplatz bin ich, trotz Blaubeeren naschen, schnell. Aber dann muss ich wieder steil hinauf. Heute früh habe ich nicht geahnt, dass mich so eine Bergtour erwartet. Ich nehme im Aufstieg die blau ausgeschilderte Route für die Radfahrer, frage mich dabei jedoch, wie die das überhaupt schaffen können. Der breite Wiesenweg ist gut zu sehen, aber es geht wirklich üppig nach oben. So eine Kraxeltour hatte ich ja den ganzen Urlaub noch nicht. Völlig außer Puste komme ich in Zieleniec an.

Zum Glück ist der Weg zum Sessellift nicht weit, mit dem ich ganz sachte wieder nach oben schweben kann. Und in der Masaryk-Baude wartet ja ein leckeres spätes Mittagessen mit tschechischen Knödeln zur Stärkung auf mich.

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Diese Seite enthält einen einen einzelnen Eintrag von Hanne vom 24.07.15 16:58.

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