Auf den Gipfel und in die Hoelle

Da bin ich wieder!

Die Tage vergehen hier wie im Flug - ich bin jeden Tag gut unterwegs. Am Sonntag habe ich mir gedacht, ich suche mir am Besten eine Tour aus, wo nicht alle hinlaufen. Ich bin also nach Viznov gefahren, habe dort das Auto an der kleinen Kirche abgestellt und mich auf den Weg zum Ruprechtitsky Spicak (Zweifel, ob ich das jetzt richtig geschrieben habe) gemacht. So frueh lag noch der Morgentau auf den Blaettern (mir ging das Lied von Keimzeit gar nicht mehr aus dem Sinn), der Morgendunst hing ueber den Wiesen und vom Turm war nichts zu sehen. Also dachte ich mir, ich lass mir beim Aufstieg Zeit, damit ich oben dann mit der staerker werdenden Sonne und hoffentlich ohne Dunstwolken wenigstens was sehen kann.

Das Bummeln fiel mir gar nicht schwer, denn ich kam an einer Brombeerwiese vorbei. Und dort hing ich erstmal fest, solange bis keine einzige Brombeere mehr Platz in meinem Bauch fand. Das will schon was heissen, wenn ich im weiteren Aufstieg an Brombeeren und Himbeeren einfach vorbei laufen kann :-)

Der Weg war genial: es ging immer ganz allmaehlich am Bergrand bergauf. So gemuetlich macht das Ersteigen von Bergen Spass - dachte ich bis ca. 1 km unterhalb des Gipfels, denn dann zeigte mir dieser Berg seinen langen Haken. Jetzt ging es naemlich nur noch ganz steil hinauf, bis ich den Gipfel erreicht hatte. Die Sonne schien, alle Morgenwolken hatten sich aufgeloest und vom Turm hatte ich eine fantastische Aussicht.  Da war die Muehe des Aufstieges schon wieder vergessen. Ein kurzer Eintrag ins Gipfelbuch, dann Beine hoch und Mittagssiesta eingelegt.

Dann ging es den gleichen Weg wieder hinab, was mich aber in keinster Weise gestoert hat, denn ich hatte diesen Weg fast allein fuer mich. Lediglich ein paar Radfahrer wollten es wissen mit ihren Mountainbikes. Und da ich beim Mittag meine Brotbuechse geleert hatte, fand sich darin gaaaaaaaanz viel Platz fuer die vielen Brombeeren, die nicht mehr in meinen Bauch gepasst haben. So konnte ich zum Abendbrot nochmal Brombeeren mit Milch geniessen und den Kindern im Quartier auch eine gute Portion abgeben, worueber diese sich sehr gefreut haben.

Heute wollte ich eigentlich nur einen kleinen Abstecher nach Polen machen und mir die Bledne Skaly anschauen. Das Auto rollte perfekt, bis an der Einfahrt zu den Bledne Skaly ein Schlagbaum den Weg versperrte. Kurze Rueckfrage ergab: Einfahrt hinauf ist nur zu jeder vollen Stunde. Also hiess es erst einmal warten. Puenktlich ging 10 Uhr der Schlagbaum auf und eine lange Autoschlange faedelte sich die schmale Bergstrasse hinauf. Oben angekommen wurden die Autos auf dem eng begrenzten Parkareal eingewiesen. Dann ging es im Gaensemarsch hinein ins Felsenlabyrinth.

Erst dachte ich mir, das kann ja nervig werden, wenn sich so viele Leute durch ein Felsenlabyrinth faedeln. Aber dann stellte ich fest, dass es sogar ziemlich lustig wurde: ich konnte miterleben, wie sich dicke und duenne Leute durch die schmalen Spalten bemuehen und grosse und kleine Leute sich buecken muessen, um unter Felsen hindurch zu watscheln, wie die Entchen. Die Runde durch dieses Labyrinth war echt kurzweilig, aber schneller vorbei als gedacht. Bereits gegen 12 Uhr war ich die schmale Bergstrasse wieder hinunter gefahren - da wollte ich wirklich noch nicht nach Hause.

Also bin ich weiter gefahren zum Park Gory Stolowe, der gleich um die Ecke liegt. Nun denkt ihr bestimmt, das muss doch langsam langweilig werden, wenn ich eine Felsenstadt nach der naechsten besuche. Aber jede Felsenstadt ist irgendwie anders. Auf Gory Stolowe muss man erstmal hinauf auf ein ausgepraegtes, felsiges Hochplateau kraxeln. Dort geht es dann auf einen Rundweg duch die Felsen mit vielen ausgepraegten schmalen Spalten und immer wieder zwischendurch Ausblicke von den hohen Felsen hinunter auf die weite Landschaft, die sich allerdings heute zunehmend mit Wolken zuzog, aber es blieb trocken.

Gleich am Anfang ging es tief hinab in eine Spalte, die sich Hoelle nennt. Spaeter konnte ich auf einem hohen Ausguck beobachten, wie sich Kletterer am Felsen entlang von unten hochhangeln. Na, das war doch heute wieder ein interessanter Tag.

Auf dem Heimweg habe ich dann noch ein Eis geschleckert. Aber jetzt bin ich doch ganz schon kaputt.

Soviel von hier. Ich melde mich wieder.  

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Diese Seite enthält einen einen einzelnen Eintrag von Hanne vom 15.08.11 16:40.

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