Eine Abendrunde, die gleich hinter unserem Haus begann, brachte uns gestern noch nach Rudice. Da hatte ich doch was gelesen von Mühle und Doline. Weit kann alles nicht sein, aber abends macht die Suche danach keinen Sinn. Also kommt wieder was auf die Merkliste.
Heute starten wir die erste Höhlentour. Bis Sloup ist es nicht weit. Vorbei an Karstfelsen und grünen Wiesen fahren wir dorthin.
Bereits von der Zufahrtsstrasse erblicken wir die markanten Felsen, unter denen sich der Höhleneingang befindet. Wie das passt: wir kommen pünktlich zur Führung an. Klar wählen wir die große Tour, die durch beide Höhlen gehen soll.
Nun war ich ja schon in vielen Höhlen. Diese hier besticht durch gewaltige Hohlräume mit sehenswerten Tropfsteinen. Wir steigen über Treppen hinauf und hinab. Das Skelett eines Höhlenbären kann uns nicht erschrecken. Tief im Berg eröffnen sich auf Brücken herrliche Tiefblicke in unterirdische Schluchten.
Während sich die Besucher der kurzen Tour verabschieden, folgen wir durch einen künstlich angelegten Schacht dem Zugang zu einer weiteren Höhle. Hier sehen wir den markanten Tropfstein des Kerzenleuchters, der die Prospekte ziert. Na, da haben wir doch mit der langen Tour alles richtig gemacht. Am Ende besuchen wir noch die kleine Ausstellung über die Neandertaler, die hier gewohnt haben sollen. Ein kurzer Film zeigt die Mammutjäger.
Durch ein mächtiges Felsentor verlassen wir die Höhle. Waren wir wirklich 2 Stunden dort unten?
Draußen scheint die Sonne und es ist warm. Die Jacken brauchen wir nicht mehr.
Am markanten Felsen stromern wir entlang. Unter der Wand kommt ein Fluss aus der Höhle heraus. Nun ist meine Neugierde geweckt: ich quere auf wackeligen Steinen das Wasser und laufe unter die Felswand. Huch ist es dunkel. Vor mir leuchtet ein junges Pärchen mit Handy und verschwindet hinter einer Biegung. Nein, folgen werde ich nicht, zumal meine Schwester draußen auf mich wartet.
Der Souvenirladen macht bereits Mittagspause. Wir schauen im Ort die hübsche Kirche an und kehren dann ebenfalls zu Mittag ein.
Danach kaufen wir noch unsere Souvenirs. Ein Trupp Abenteurer hat sich in Höhlenkluft klar gemacht zu einem speziellen Höhlenausflug, den man buchen kann.
Wir schwingen uns ins Auto und machen uns auf die Suche nach dem Rozhledna Podvrsi. Der sollte doch überm Wald zu sehen sein.
Lange suchen müssen wir nicht. Wenige Schritte sind es von Veselice aus durch den Wald, dann stehen wir davor.
Was für ein Turm: hinauf geht es über eine außen herumführende Wendeltreppe. Nur nicht nach unten schauen! 6 mal rundrum, dann sind wir auf der Plattform. Wunderschöner Rundumblick; Tafeln helfen bei der Orientierung. In der Ferne sind weitere Türme zu sehen. Mal schauen, welche wir diesen Urlaub noch schaffen.
Wackelt unser Turm?
Vorsichtig steigen wir hinunter, den Blick vorsorglich von den Füßen immer wieder in die Ferne gerichtet.
Eine Hinweistafel lockt uns zu einer Gaststätte am Fuß des Turmes, wo wir uns ein Meloneneis genehmigen. Eine Katze leistet uns Gesellschaft.
Wir nehmen nicht den gleichen Rückweg, sondern machen eine Runde und kehren über Blansko heim.
Das Wetter ist heute so schön, dass wir den restlichen Nachmittag auf der kleinen Terrasse sitzen können.