Bis zum Früstück ist noch etwas Zeit, die ich mit einem morgendlichen Bummel durch Wolkramshausen überbrücke. Jetzt weiß ich, wo eine Abendeinkehr nach meiner Wanderung möglich ist. Schade, der Garten vom Hue de Gais ist geschlossen. Nur ein paar Schafe schauen skeptisch hinterm Zaun.
Frisch gestärkt starte ich dann in den Tag. Ich hatte vorab geschaut, welche Touren sich anbieten. Rundtour zu Basilika und Burg Lohra erscheint mir mit 14,7 km zu happig. Da wird die Rundtour durch die Bleicheröder Berge wohl besser passen. Zumal sich die Touringen-Stempel locker unterwegs einsammeln lassen.
Also schwinge ich mich ins Auto und lege an der Pfeilerbasilika St. Gangolf in Münchenlohra meinen ersten Stopp ein. Aus der Ferne war diese Basilika gestern schon zu sehen. Der Stempelkasten ist fix gefunden. Beim Blick ins Innere dieser großen Kirche denke ich, gut dass mich der Touringen-Stempel hier her gelockt hat.
Als ich weiter fahre, erwischen mich ein paar Tropfen. Da ist es doch prima, dass die Burg Lohra per Auto erreichbar ist, auch wenn die Zufahrt auf dem letzten Stück etwas holprig ausfällt. Den Schirm brauche ich nicht, als ich den nächsten Stempel ins Heft drücke. Dann laufe ich über das weite Burggelände bis in den inneren Burghof. Zuerst genieße ich den Blick über die Mauer in Richtung Bleicherode. Dann schaue ich mir die fantastische Doppelkapelle an.
Und wieder denke ich: gut dass mich die Stempelstelle her gelockt hat. Wer weiß, ob ich sonst hier gelandet wäre.
Auch wenn der Himmel heute wolkenverhangen ist, hoffe ich, dass sich im Anschluss eine prima Runde über Bleicherode erwandern lässt. Den Schirm packe ich vorsorglich in den Rucksack.
Nah am Vogelberg parke ich das Auto. Klar erwartet mich nun ein üppiger Aufstieg zur Stempelstelle auf den Vogelbergklippen. Die Wegemarkierung lässt zu wünschen übrig, aber meine Wander-App zeigt mir, wo es langgeht. Was für ein kurzer, aber knackiger Aufstieg gleich am Anfang! Der Blick von oben auf Bleicherode entschädigt schnell. Dafür hat sich die Mühe gelohnt.
Weiter lotst mich ein Wegweiser, aber das wars dann schon wieder. Okay, dann hilft mir eben die Wander-App. Mit deren Unterstützung gelange ich zur nächsten Stempelstelle, den Kuhbrunnen. Mit Sonnenschein lege ich hier gegen 13 Uhr späte Mittagsrast ein. Am Morgen hatte ich meine Brotbüchse vorsorglich gut gefüllt. Auch andere Wanderer machen hier Picknick.
Bin ich von den Vogelbergklippen abgestiegen, so muss ich auf breitem Forstweg nun wieder bergauf. Auf den breiten Wegen habe ich prima Wegweiser; den Abzweig zum schmalen Pfad Richtung Mönchborn hätte ich fast verpasst. Nun muss mir die Wander-App wieder helfen.
Keine Menschenseele weit und breit. Bin ich hier allein unterwegs?
Mit App erreiche ich problemlos die Stempelstelle am Mönchborn. Wanderrast mit Sage :-)
Auf dem Rückweg, der auf halber Berghöhe über Bleicherode entlang geht, funktioniert ohne App gar nichts mehr. So oft, wie hier, war ich noch nie gezwungen, mich auf moderne Technik zu verlassen. Gut, dass ich die heute dabei hatte.
Am Parkplatz "Drei Bänke" habe ich die Runde fast geschafft. Kurz noch am Schwanenteich vorbei, dann bin ich mit wenigen Schritten zurück am Auto.
Auf der Heimfahrt biege ich nochmal nach Hainrode ab. Da war im Teichtal noch eine Stempelstelle, die ich gestern nicht geschafft hatte. Mit Auto kann ich fast bis ran fahren. Das Schwimmbad ist schon zum Saisonende geschlossen. Ich erschrecke eine Gans, die wohl nicht mehr mit Besuchern gerechnet hat. Schade, die hübsche Gaststätte ist leider auch dicht. Na gut, den Stempel drücke ich noch fix ins Heft.
Wer hat mitgezählt, wieviele Stempel es heute waren? Insgesamt Sechs!
Es war ein herrlicher, erlebnisreicher Tag. Wo ich mich in Wolkramshausen stärken kann, weiß ich ja schon.
Die Abendeinkehr war lecker. Jetzt bin ich k.O.
