Okay, beim Internet-Zugang im Hotel habe ich das Gefühl, da steht jemand auf der Leitung. Viele junge Radfahrer haben hier eingecheckt. Die sind bestimmt jetzt alle im Netz unterwegs.
Aber der Reihe nach: morgendlicher Start problemlos. Autoübergabe an meinen Neffen erledigt; auf den Flieger muss ich noch etwas warten.
Pünktlich heben wir in Erfurt ab. Über die Alpen klare Sicht, aber dann sehe ich nur noch Wolken. Palmas Flughafen entdecke ich erst, als wir schon fast unten sind.
Ein kleiner Bus bringt nur 5 Leute ohne Zwischenstopp direkt ins Hotel.
An der Rezeption werde ich gleich mit vielen Infos eingedeckt. Auf dem Stadtplan wird mir eingezeichnet, wo ich Spaziergänge und Wanderungen starten kann. Auch der Weg zur Bushaltestelle ist gleich um die Ecke. Nur das Thema "geführte Touren" sieht bisher mau aus.
Jetzt brauche ich aber erst mal eine kurze Pause. Zimmer mit seitlichem Meerblick war versprochen. Na gut, zwischen den Hotelfronten ist das Meer versteckt.
Ich schnappe mir den Stadtplan und mache mich auf die längere Route immer am Meer entlang zum Hafen. Die Küste ist felsig, aber oberhalb gibt es eine gut ausgebaute Promenade. Die nimmt aber auch wirklich jede kleinste Bucht mit. Da bin ich doch länger unterwegs, als gedacht. Es ist angenehm warm. Das einzige, was fehlt, ist die Sonne.
Vom Leuchtturm geht der Blick zur vorgelagerten Insel Cabrera. Der Hafen ist immer noch nicht in Sicht. Wenn hier hoher Wellengang wäre, könnte ich bestimmt an dieser Felsenküste fantastische Bilder knipsen. Aber heute ist das Meer total ruhig.
Ich bin doch tatsächlich fast eine Stunde unterwegs, bevor ich am Hafen ankomme. Hier liegen viele Fischerboote, aber auch größere Jachten. Ingesamt sieht es jedoch gemütlicher aus, als in anderen Häfen dieser Insel, die ich schon besucht habe. Lokale locken zur Einkehr, aber noch ist es mir zu früh dafür.
Einmal quer durchs Städtchen, vorbei an der Saline (wo sich die Salzberge türmen), bin ich fix wieder im Hotel. Der Weg am Strand entlang war schöner.
Jetzt habe ich die Orientierung, spüre aber die Füße. Ich zücke mein Handy und halte Ausschau nach abendlichen Einkehrmöglichkeiten. Nah beim Hotel ist nichts zu finden. Da muss ich wohl doch noch einmal zum Hafen.
Ja, es ist Vorsaison. Da haben viele Lokale noch nicht geöffnet. Auf Döner und Pizza habe ich keinen Appetit, ich will mallorquinisch essen, wenn möglich Fisch.
Und ich finde am Hafen das, was ich suche. Der Bacalao war ja soooo lecker!
Jetzt kann ich den Tag geruhsam ausklingen lassen.
